Riga (dpa) - Griechenland fordert EU-interne Entschädigungen für die Einnahmeausfälle, die durch Sanktionen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt verursacht werden.

Die Strafmaßnahmen gegen Russland führten vor allem in der Agrarwirtschaft seines Landes zu großen Verlusten, sagte Außenminister Nikos Kotzias am Samstag in einem Interview von ARD und ZDF. "Die müssen ersetzt werden innerhalb der EU. Das hat nichts mit Finanzhilfe zu tun."

Als nicht hinnehmbar bezeichnet es Kotzias, dass Nato-Partner wie die Türkei sich nicht an Sanktionen hielten und nun die freiwerdenden Märkte in Russland besetzten. "Ich wundere mich immer, dass in der deutschen Presse soviel über unsere Haltung zu Sanktionen diskutiert wird", kritisierte er. Kein Wort werde hingegen darüber verloren, dass manche Bündnispartner Sanktionen gar nicht folgten. "Das finde ich einseitig."

Dass Griechenland im Sommer eine Verlängerung der Wirtschaftssanktionen gegen Russland per Veto blockieren könnte, wollte Kotzias nicht ausschließen. Das Veto gehört zu den Rechten, die jedes Land in der EU habe, sagte er. Mit einem guten Grund sei der Einsatz gerechtfertigt.