Hamburg (SID) - WAS MACHT NOCH HOFFNUNG?

Nicht viel. Während der HSV immer mehr zerfällt, fängt die Konkurrenz aus Paderborn und Stuttgart plötzlich an zu gewinnen. Mittlerweile haben die Norddeutschen vier Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz. Hinzu kommt die erschreckende Sturmflaute: Nach 28 Spieltagen hat der HSV erst 16 Tore geschossen - nur das legendär schlechte Tasmania Berlin war 1965/66 noch harmloser (ganze elf Tore). Allerdings holte der HSV in der Hinrunde gegen die kommenden Gegner Bremen, Augsburg, Mainz, Freiburg, Stuttgart und Schalke immerhin acht Punkte.

WAS DROHT IM FALLE DES ABSTIEGS?

Die Folgen wären unabsehbar, Graben- und Machtkämpfe würden wieder toben, das Vertrauen in die neue Klubführung um Dietmar Beiersdorfer wäre völlig zerstört. Neben dem immensen Imageschaden müsste der HSV zudem finanzielle Einbußen verkraften. Allein von der Deutschen Fußball Liga (DFL) würden etwa 16,5 Millionen Euro weniger fließen, zudem sinken natürlich die Ticketerlöse. Und der Vertrag mit Hauptsponsor Emirates würde wohl auch nicht verlängert.

WIE IST DER STAND BEI DEN VERHANDLUNGEN MIT THOMAS TUCHEL?

Der HSV will Thomas Tuchel unbedingt zur kommenden Saison verpflichten. Der Ex-Mainzer soll den Neuaufbau vorantreiben, will sich aber weitreichende Kompetenzen zusichern. "Thomas würde den HSV gerne machen, wenn gewisse Voraussetzungen stimmen", sagte sein Berater Olaf Meinking der Süddeutschen Zeitung. Die 2. Liga sei dabei kein Ausschlusskriterium. Tuchel reizt offenbar die Möglichkeit, einen taumelnden Traditionsklub wieder aufzurichten.

WIRD DER HSV IM SAISONENDSPURT NOCH EINMAL DEN TRAINER WECHSELN? 

Nein, sagt zumindest Beiersdorfer. "Das schließe ich aus. Es gibt keine Gedankenspiele", sagte der 51-Jährige über die Möglichkeit, den vierten Trainer der laufenden Saison zu installieren. Allerdings müssen solche Aussagen im Bundesliga-Geschäft nicht viel bedeuten. Die Rufe, Tuchel solle sofort beim HSV einsteigen, werden jedenfalls lauter. "Er kann die Mannschaft retten oder aufbauen. Das würde für alle Parteien Sinn machen", sagte etwa Sky-Experte und Trainer-Legende Ottmar Hitzfeld: "Wenn es die Möglichkeit gibt und Tuchel Interesse hat, würde es Sinn machen, dass er sofort kommt."

WIE GEHT ES MIT JOHAN DJOUROU UND VALON BEHRAMI WEITER?

Das schlagfertige Duo wird nach seiner Kabinenprügelei mit einer ordentlichen Geldstrafe belegt. Weitere Sanktionen oder gar eine Suspendierung für das Nordderby bei Werder Bremen müssen sie aber wohl nicht fürchten. Djourou fehlt nach seiner Gelb-Roten-Karte aus dem Spiel gegen Wolfsburg ohnehin. Behrami gilt zudem als ein Lieblingsspieler von Knäbel.