Berlin (AFP) Deutschland ist nach einer Bewertung des Auswärtigen Amts völkerrechtlich nicht zur Geheimhaltung der Selektoren-Liste verpflichtet - auch dann nicht, wenn die USA ihre Zustimmung zur Weitergabe an die zuständigen Bundestags-Gremien verweigern. Das Völkerrecht halte "auch in diesem speziellen Fall leider kein Ergebnis bereit, dass eine politische Entscheidung in dieser Frage ersetzen könnte", sagte der Sprecher des Auswärtiges Amts am Montag in Berlin. Dies sei das Ergebnis einer vom Bundeskanzleramt angefragten Einschätzung dazu, welche völkerrechtlichen Verpflichtungen sich für Deutschland aus den Abkommen mit den USA zur nachrichtendienstlichen Kooperation ergeben.