Berlin/Frankfurt (dpa) - Die Lokführer streiken erneut - dieses Mal wohl über die Pfingstfeiertage. Der Ausstand mit offenem Ende soll um 2.00 Uhr in der Nacht zum Mittwoch im Personenverkehr beginnen. Bereits an diesem Dienstag um 15.00 Uhr legen die Lokführer im Güterverkehr die Arbeit nieder. Das teilte die Lokführergewerkschaft GDL am Montag in Frankfurt mit. Das Streikende will die Gewerkschaft erst 48 Stunden vorher nennen, ein unbefristeter Streik sei das nicht. Die GDL strebt nach internen Angaben eine längere Dauer an als bei der vorangegangenen Streikrunde. Damit wären auch die Pfingsttage betroffen.

Deutsche-Bank-Manager weisen Anklage-Vorwürfe zurück

München (dpa) - Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen hat im Strafprozess um den Fall Kirch die Anklage gegen ihn zurückgewiesen. Auch die übrigen angeklagten früheren Manager des größten deutschen Geldhauses wehrten sich gegen die Vorwürfe, Fitschens Vorgänger Rolf Breuer machte zunächst aber keine Aussage. Damit nimmt der Prozess um angebliche Falschaussagen der Banker in einem Schadenersatzprozess um die Pleite des Medienunternehmers Leo Kirch 2002 nach Verzögerungen erstmals Fahrt auf. Er habe in dem Prozess vor dem Oberlandesgericht München 2011 nicht die Unwahrheit gesagt, sagte Fitschen in einer von ihm verlesenen Erklärung vor dem Landgericht München am Montag.

Bundesbank: Lage in Griechenland ist besorgniserregend

Frankfurt/Main (dpa) - Griechenland ist aus Sicht der Deutschen Bundesbank massiv von einer Staatspleite bedroht. "Die Lage in Griechenland ist weiter besorgniserregend", betonte die Notenbank in ihrem am Montag in Frankfurt veröffentlichten Monatsbericht. Aktuell seien Athen und griechische Banken nur deshalb zahlungsfähig, weil die Banken mit ELA-Notkrediten ("Emergency Liquidity Assistance") der griechischen Zentralbank versorgt werden. Griechenland müsse deshalb rasch durch wirtschafts- und finanzpolitische Reformen die Basis für tragfähige Staatsfinanzen schaffen und brauche zumindest vorübergehend weitere Hilfszahlungen, warnt die Bundesbank.

Mieten in Berlin steigen langsamer - weiter Debatte um Mietspiegel

Berlin (dpa) - Wohnen in der Hauptstadt wird weiter teurer. Jedoch stiegen die Berliner Mieten zuletzt nicht so stark wie befürchtet. Dem neuen Mietspiegel zufolge gingen sie seit 2013 jährlich im Schnitt um 2,7 Prozent oder 15 Cent pro Quadratmeter nach oben. Der bislang gültige Mietspiegel hatte noch ein Wachstum von 3,1 Prozent ausgewiesen. Stadtentwicklungs-Senator Andreas Geisel (SPD) sprach am Montag von einem "angespannten Wohnungsmarkt". Der neue Mietspiegel - Vorbild auch für viele andere deutsche Städte - steht nach einem Gerichtsurteil allerdings von Anfang an in der Kritik. Der Mietspiegel dient als Richtschnur bei Mieterhöhungen.

Warnstreiks bei der Post gehen weiter

Berlin (dpa) - Vor der nächsten Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt bei der Post hat die Gewerkschaft Verdi ihren Forderungen mit weiteren Warnstreiks am Montag Nachdruck verliehen. Bundesweit rechne die Gewerkschaft mit rund 5000 Streikenden, sagte ein Gewerkschaftssprecher. Der Schwerpunkt des Ausstandes lag im Bereich der Brief- und Paketzustellung. Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Kocsis betonte: "Den Beschäftigen ist es ernst. Sie erwarten von ihrem Arbeitgeber endlich ein vernünftiges Angebot." Die fünfte Tarifverhandlungsrunde soll am Mittwoch und Donnerstag in Königswinter bei Bonn stattfinden.

Bundesbank: Konsumlust der Verbraucher schiebt Konjunktur weiter an

Frankfurt/Main (dpa) - Die Kauflust der Verbraucher hält die deutsche Wirtschaft nach Überzeugung der Deutschen Bundesbank auf Wachstumskurs. "Die deutsche Wirtschaft wird in den kommenden Monaten wohl weiter expandieren", hieß es in dem am Montag in Frankfurt veröffentlichten Monatsbericht. Die Konsumenten profitierten von der steigenden Beschäftigung und von spürbar anziehenden Verdiensten. Einen zusätzlichen Schub habe der Kaufkraftzuwachs durch den drastischen Rückgang der Rohölpreise gebracht. Die Experten erwarten, dass die Verbrauchskonjunktur das gesamtwirtschaftliche Wachstum weiter stützen wird.

WSI: Weiter deutliche Unterschiede bei Ausbildungsvergütungen

Düsseldorf (dpa) - Bei den Ausbildungsvergütungen gibt es in Deutschland weiterhin große Unterschiede. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Auswertung von Tarifverträgen durch das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung hervor. Die Spanne reicht demnach von 515 Euro im 1. Ausbildungsjahr im Kfz-Gewerbe Thüringens bis zu 1505 Euro im 4. Ausbildungsjahr im Bauhauptgewerbe West. WSI-Tarifexperte Reinhard Bispinck betonte, die aktuellen Ausbildungsvergütungen zeigten ähnliche Differenzierungen wie die Tariflöhne und -gehälter.

Bundesbank: Mindestlohn verteuert Taxifahrt und Friseurbesuch

Frankfurt/Main (dpa) - Der flächendeckende Mindestlohn hat Taxifahrten spürbar verteuert. Mit dem Jahreswechsel sei die Fahrt im Taxi im Bundesdurchschnitt schlagartig um 5,2 Prozent teurer geworden, schreibt die Deutsche Bundesbank in ihrem am Montag in Frankfurt veröffentlichten Monatsbericht. Nach weiteren Erhöhungen hätten sich die Preise seit Jahresbeginn inzwischen um rund zehn Prozent erhöht. Der seit Jahresbeginn geltende flächendeckende Mindestlohn von 8,50 Euro trifft vor allem Kunden im Osten Deutschlands hart. Der Grund: Im Westen lagen die Arbeitsentgelte im Taxigewerbe zuvor zwischen 6,00 und 6,50 Euro - im Osten deutlich niedriger.

Handwerksbetriebe drosseln Investitionen

Wiesbaden (dpa) - Das Handwerk blickt mit verhaltenem Optimismus auf das Jahr 2015. Auch wenn sich das gesamtwirtschaftliche Umfeld derzeit etwas abkühle, werde an der Umsatzprognose mit einem Plus von 1,5 Prozent festgehalten, sagte der Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Holger Schwannecke, am Montag in Wiesbaden. Mit einem Beschäftigungsaufbau werde in diesem Jahr aber nicht gerechnet. Als Gründe dafür nannte er die schwierige Suche nach Nachwuchs- und Fachkräften sowie das vorzeitige Ausscheiden älterer Beschäftigter. Sorgen mache dem Verband, dass die Investitionsfreudigkeit der Betriebe im ersten Quartal nachgelassen habe. Diese Entwicklung gebe es zum ersten Mal seit zwei Jahren.

Dax trotzt Griechenland-Sorgen und starkem Euro

Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich zu Wochenbeginn etwas erholt. Der Dax stieg bis zum Montagnachmittag um 0,24 Prozent auf 11 475,01 Punkte. Börsianer sahen die anhaltenden Sorgen über das Schicksal von Griechenland und den ungeachtet dessen wieder erstarkten Euro weiterhin als Belastung. Der MDax der mittelgroßen Werte gab vor diesem Hintergrund zuletzt um 0,45 Prozent auf 20 510,06 Punkte nach, während der Technologiewerte-Index TecDax um 0,16 Prozent auf 1671,89 Punkte stieg. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,68 Prozent auf 3548,91 Punkte. Am deutschen Rentenmarkt stagnierte die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 0,53 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,05 Prozent auf 138,41 Punkte. Der Kurs des Euro stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1389 (Freitag: 1,1328) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8780 (0,8828) Euro.