Arras (SID) - 6. Etappe (9. Juli) Abbeville - Le Havre (191,5 km)

 

Das sechste Teilstück der 102. Tour de France wirkt auf dem ersten Blick wie eine Etappe für Klassiker-Spezialisten. Der 191,5 km lange Kurs von Abbeville nach Le Havre bietet vom Profil kaum Schwierigkeiten, drei kleinere Bergwertungen stellen keine echte Herausforderung dar. Allerdings wartet kurz vor dem Ziel eine Steigung, die laut Streckenchef Thierry Gouvenou an den Cauberg beim Amstel Gold Race erinnert.

Dass die Etappe auch abgesehen davon höchst anspruchsvoll ist, liegt an der Nähe zum Wasser. Nach rund 70 km erreicht das Peloton die Côte de Dieppe, von dort verläuft die Strecke fast ausnahmslos an der Küste des Ärmelkanals. Starke Seitenwinde könnten das Feld wie bereits auf der zweiten Etappe an der Nordsee regelrecht zerpflücken. Die Teams der Klassementfahrer müssen höllisch aufpassen.

Bleibt das Feld zusammen, dürften Allrounder wie John Degenkolb oder Peter Sagan die besten Karten haben. Dieses Szenario ist aber nur eines von vielen, das Finale wird äußerst hektisch verlaufen.

Abbeville hat der deutsche Top-Sprinter André Greipel in guter Erinnerung. 2012 gewann er die hier startende Etappe nach Rouen - es war der zweite Tour-Erfolg für den "Gorilla". Le Havre ist aufgrund seines Hafens von großer Bedeutung. Die Tour gastiert zum zwanzigsten Mal in der 174.500-Einwohner-Stadt.