Modellbahn-Hersteller Fleischmann beantragt Insolvenz

Heilsbronn (dpa) - Der Modelleisenbahn-Hersteller Fleischmann hat einen Insolvenzantrag gestellt - und will auf diese Weise einen erfolgreichen Neustart hinlegen. Die bisherige Firmenführung will dabei das Unternehmen im Rahmen einer Insolvenz in Eigenverwaltung wieder aufs Gleis setzen, wie Firmensprecher Michael Prock am Mittwoch sagte. Einen entsprechenden Antrag habe das im bayerischen Heilsbronn sitzende Unternehmen beim Amtsgericht Ansbach gestellt, teilte die Salzburger Mutterfirma Modelleisenbahn Gruppe am Dienstagabend mit. Nach Procks Angaben haben vor allem die hohen Pensionslasten zur Überschuldung geführt.

Siemens baut Windkraft-Fabrik in Cuxhaven - Bis zu 1000 neue Jobs

Cuxhaven/München (dpa) - Der Elektrokonzern Siemens baut in Cuxhaven eine Windkraft-Fabrik mit bis zu 1000 neuen Arbeitsplätzen. Es ist die erste deutsche Produktionsstätte des Unternehmens für sogenannte Offshore-Windkraftanlagen, die vor den Küsten installiert werden. "Die Entscheidung, eine neue Fertigung in Cuxhaven zu bauen, ist ein klares Bekenntnis zum Standort Deutschland", erklärte Siemens-Chef Joe Kaeser am Mittwoch in München. Für die Fabrik sind Investitionen von rund 200 Millionen Euro vorgesehen. Geplant ist dort eine Fertigung für Maschinenhäuser für Windturbinen der nächsten Generation. Mitte 2017 soll die Produktion starten.

Lufthansa-Chef: Sind mit Piloten wieder im Gespräch

Frankfurt/Main (dpa) - Bei der Lufthansa wächst die Hoffnung, den Dauerkonflikt mit den Piloten beilegen zu können. Er bewerte das vor einigen Tagen vorgelegte Angebot mit konkreten Vorschlägen der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) sehr positiv, sagte Vorstandschef Carsten Spohr am Dienstagabend im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten. Eine schnelle Einigung bis zum 1. September halte er wegen der Komplexität und Vielzahl der Themen allerdings für unrealistisch. Die Gewerkschaft hatte nach zwölf Streikrunden im Juli angeboten, innerhalb des Lufthansa-Tarifvertrags niedrigere Gehaltstarife für Piloten der geplanten Billig-Plattform Eurowings zu akzeptieren. Lufthansa müsse dafür aber die geplante Ausflaggung von Jets an ausländische Gesellschaften aufgeben.

Beiersdorf gewinnt weitere Marktanteile mit Nivea

Hamburg (dpa) - Der Nivea-Hersteller Beiersdorf hat im zweiten Quartal dank guter Geschäfte mit seinen Pflegeprodukten deutlich zugelegt. Bei den Marken des Hamburger Konzerns, zu denen neben der Hauptmarke Nivea auch Eucerin oder La Prairie gehören, lief es nach den eher verhaltenen ersten drei Monaten zum Sommer hin wieder besser. Der Umsatz mit Kosmetik stieg in Osteuropa um 6,4 Prozent, in Lateinamerika um 10,7 Prozent. Trotz ihrer Krisen waren die großen Schwellenländer Russland und Brasilien dabei die Wachstumstreiber.
Insgesamt erhöhten sich die Erlöse von April bis Juni um knapp 8 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro, wie Beiersdorf am Mittwoch mitteilte. Das operative Ergebnis verbesserte sich um mehr als 16 Prozent auf 253 Millionen Euro.

Wirtschaftsforscher: Die meisten Deutschen gehen gern zur Arbeit

Berlin (dpa) - Die meisten Deutschen gehen einer Umfrage zufolge gern zur Arbeit. Lediglich etwa jeder Achte ist eher unzufrieden mit seiner Tätigkeit, wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) am Mittwoch in Berlin mitteilte. Daran habe sich in den vergangenen 20 Jahren nichts geändert - ob es der Wirtschaft gerade gut oder schlecht gehe, habe wenig Einfluss. Zu den Unzufriedenen zählen demnach vor allem Leiharbeiter und Arbeitslose, die sich in höchstens 15 Stunden pro Woche etwas hinzuverdienen.
Das DIW beruft sich bei der Analyse auf bis 2013 reichende Daten des "Sozio-oekonomischen Panels", für das jährlich 30 000 Menschen befragt werden. Sie sollten auf einer Skala von 0 bis 10 angeben, wie zufrieden sie generell mit ihrer Arbeit sind. Die Stufen von 0 bis 4 wurden als "eher unzufrieden" zusammengefasst.

"Fairer Handel" wächst weiter kräftig - dennoch "Luft nach oben"

Berlin (dpa) - Für "fair gehandelte" Produkte haben Kunden in Deutschland im vergangenen Jahr abermals deutlich mehr Geld ausgegeben. Für gut eine Milliarde Euro kauften sie Waren, deren Anbieter besonderen Wert auf gerechte Löhne und bessere Arbeitsbedingungen in den Herkunftsländern legen. Das waren 31 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Forum Fairer Handel am Mittwoch in Berlin mitteilte. Getrieben wird das Wachstum vor allem durch Supermarkt-Angebote. Gemessen an den Gesamtausgaben der Bundesbürger, die Marktforscher für 2014 allein bei Lebensmitteln auf 250 Milliarden Euro beziffern, bleiben Fairtrade-Angebote ein Nischensegment.

Euro-Schwäche schiebt den Dax nach oben

Frankfurt/Main (dpa) - Der schwache Euro hat den deutschen Aktienmarkt am Mittwoch angetrieben. Ein schwacher Euro hilft zum einen den deutschen Unternehmen, die ihre Waren außerhalb der Eurozone exportieren. Zum anderen macht er deutsche Aktien für US-Investoren interessanter. Am Nachmittag gewann der Leitindex Dax 1,31 Prozent auf 11 605,91 Punkte. Der Kurs des Euro ist am Mittwoch gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0883 (Dienstag: 1,0973) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9189 (0,9113) Euro.