Hamburg (SID) - Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), hat sich gegen die Kritik von Diskus-Star Robert Harting im Zuge der jüngsten Doping-Debatte zur Wehr gesetzt. "Wenn Dopingvorwürfe erhoben werden, aber unstreitig noch keine endgültigen Nachweise vorliegen, geht es zunächst nicht um einen Wettkampf der Rhetorik, sondern um Aufklärung", sagte Prokop dem SID.

Harting hatte Prokop vorgeworfen, sich womöglich aus wahltaktischen Gründen in der Affäre um auffällige Blutwerte viel zu zurückhaltend gezeigt zu haben. "Ich kann auf der Basis von Verdachtsmomenten und Spekulationen keine abschließenden Bewertungen treffen - das wäre in Bezug auf alle Beteiligten verantwortungslos", sagte Prokop, der in der kommenden Woche als Nachfolger von Helmut Digel ins IAAF-Council einziehen will: "Gerade der Fall Pechstein zeigt, dass man mit der Beurteilung von auffälligen Blutwerten zurückhaltend sein muss. Sollten die geforderten Untersuchungen Versäumnisse und Defizite ergeben", versprach Prokop, "werden wir bei der IAAF mit allem Nachdruck Konsequenzen einfordern."