Chinesischer Yuan weiter auf Talfahrt - Dax sackt ab

Peking/Berlin (dpa) - Chinas Zentralbank hat den Yuan mit einem erneuten Eingriff noch weiter auf Talfahrt geschickt. Die Notenbanker werteten die Landeswährung am Mittwoch erneut deutlich ab. Die EU-Kommission in Brüssel nannte den überraschenden Politikwechsel eine "positive Entwicklung". Der Internationale Währungsfonds (IWF) sprach von einem "willkommenen Schritt", weil der Markt eine größere Bedeutung bei der Bestimmung des Wechselkurses erhalte. Aus Sorge, die Abwertung könnte ein Zeichen für eine sich zuspitzende Krise der chinesischen Wirtschaft sei, reagierten die internationalen Aktienmärkte jedoch verschreckt.

VCD-Studie: Umwelt-Fortschritte bei Autos zu gering

Berlin (dpa) - Die Neuwagen in Deutschland sind nach einer Studie wieder etwas sauberer geworden. Die Fortschritte in der Umwelttechnik würden aber kleiner, bemängelte der Verkehrsclub Deutschland (VCD) am Mittwoch. Er stellte in Berlin seine jährliche Auto-Umweltliste vor. Auf die ersten drei Plätze kamen Fahrzeuge mit unterschiedlichen Antriebsarten: Ein Hybrid mit Verbrennungs- und Elektromotor, ein Diesel und Erdgaswagen. Testsieger wurde wie im Vorjahr der Lexus CT 200h, gefolgt vom überarbeiteten Peugeot 208 Active BlueHDi 100 und den technisch gleichen Erdgasautos VW eco up, Seat Mii Ecofuel und Skoda Citigo CNG Green tec.

Energieriese Eon weiter mit Gewinneinbußen

Düsseldorf (dpa) - Deutschlands größter Strom- und Gaskonzern Eon bleibt auf Talfahrt. Nach kräftigen Gewinneinbußen im ersten Quartal setzte sich die negative Geschäftsentwicklung bis zur Jahresmitte fort. Die gesunkenen Stromhandelspreise und weiter wegbrechende Gewinne in der konventionellen Erzeugung drückten auf die Ergebnisse, teilte der Branchenprimus am Mittwoch in einem Zwischenbericht mit. Bei einem Umsatzanstieg um fünf Prozent auf 57,3 Milliarden Euro schrumpfte das um Bewertungs- und Steuereffekte bereinigte Nettoergebnis um gut 20 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro.

Moderne Stromzähler kommen - bis zu 100 Euro Einbaukosten

Berlin (dpa) - Die geplante schrittweise Einführung intelligenter Stromzähler in Deutschland wird private Haushalte bis zu 100 Euro kosten. Das geht aus einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Arbeitsentwurf des Bundeswirtschaftsministeriums für ein "Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende" hervor. Bei Unternehmen können es bis zu 200 Euro sein. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) muss nach EU-Vorgaben den Einbau digitaler Messsysteme vorantreiben, damit Verbraucher und Wirtschaft mehr Energie sparen oder Strom billiger bekommen.

Brasilien fast auf "Ramsch"-Niveau abgestuft

Rio de Janeiro (dpa) - Brasilien muss einen Abzug von Investoren und damit eine Verschärfung der tiefen Wirtschaftskrise fürchten. Die US-Ratingagentur Moody's stufte die Kreditwürdigkeit des fünftgrößten Landes der Welt auf "Baa3" herunter. Das bedeutet, es gibt Risiken, dass Gelder am Ende verloren gehen können - die nächste Stufe wäre eine Warnung, dass Anleihenkäufe mit hohen Ausfallrisiken verbunden sind. Brasilien leidet unter hoher Inflation, einem milliardenschweren Korruptionsskandal und niedrigen Rohstoffpreisen. Das Land ist der mit Abstand wichtigste Handelspartner Deutschlands in Südamerika.

US-Ermittler: 100 Millionen Dollar Gewinn dank Finanzdaten-Hacks

New York (dpa) - Eine Gruppe aus Hackern und Börsenhändlern soll mehr als 100 Millionen Dollar bei illegalen Insidergeschäften auf Basis gestohlener Pressemitteilungen verdient haben. Die Cyberkriminellen verschafften sich laut US-Ermittlern seit 2010 immer wieder Einblick in noch unveröffentlichte Finanzberichte auf Websites wie Business Wire, Marketwired und PR Newswire. Die Händler hatten dadurch Zeit, in Erwartung der Markt-Reaktion Aktien zu kaufen. Die Pressemitteilungen werden zum Teil schon Tage vor der Veröffentlichung auf die Plattformen hochgeladen, bleiben für das Publikum aber zunächst unsichtbar. Nicht aber für die Hacker.

Bilfinger rechnet weiter mit deutlichen Verlusten

Mannheim (dpa) - Der kriselnde Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger rechnet wegen Abschreibungen im Kraftwerksgeschäft und Umbaukosten auch 2015 mit deutlichen Verlusten. Das Konzernergebnis dürfte "deutlich negativ" sein, sagte der erst seit Anfang Juni amtierende neue Konzernchef Per Utnegaard am Mittwoch. Hohe Abschreibungen auf das Kraftwerksgeschäft drückten den MDax-Konzern bereits im ersten Halbjahr mit 439 Millionen Euro tief in die Verlustzone, nach einem Gewinn von 55 Millionen ein Jahr zuvor. In den vergangenen Jahren hatte Bilfinger sein Servicegeschäft durch Zukäufe ausgebaut und das stark schwankende und weniger einträgliche Baugeschäft zum Großteil abgestoßen.

China-Sorgen belasten Dax den zweiten Tag

Frankfurt/Main (dpa) - Die Sorgen um die Geschäfte der deutschen Wirtschaft mit China sind den Anlegern auch am Mittwoch auf den Magen geschlagen. Bis zum Nachmittag verlor der Dax 2,31 Prozent auf 11 032,23 Punkten; damit büßte der Leitindex fast so stark ein wie am Vortag. Zwischenzeitlich fiel der Dax sogar unter die markante Schwelle von 11 000 Punkten. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 0,44 (Dienstag: 0,48) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,18 Prozent auf 139,71 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,16 Prozent auf 154,97 Punkte. Der Kurs des Euro stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1155 (Dienstag: 1,1055) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8965 (0,9046) Euro.