Stiftung Warentest beklagt Versteckspiel bei Dispozinsen

Berlin (dpa) - Bankkunden in Deutschland müssen aus Sicht der Stiftung Warentest noch häufig zu hohe Zinsen für Dispositionskredite zahlen. Die Verbraucherorganisation kritisierte am Dienstag, viele Kreditinstitute versuchten die Dispozinsen zu verbergen. Bei 56 Banken und Sparkassen seien die Angaben so unklar, dass sie damit gegen die Preisangabenverordnung verstießen. "Zu viele Banken nutzen den Dispozins, um ihre Kunden zu schröpfen", sagte der Vorstand der Stiftung, Hubertus Primus, in Berlin. Der Spitzenzins für die Überziehung eines Girokontos lag bei 16 Prozent. Im Durchschnitt ermittelten die Tester bei den 1472 untersuchten Geldhäusern einen Zinssatz von 10,25 Prozent. Vor einem Jahr waren es 10,65 Prozent. Die Deutsche Kreditwirtschaft nannte dagegen einen durchschnittlichen Dispozinssatz von 8,83 Prozent.

Magere Ernte und Russland-Embargo machen Bauern zu schaffen

Berlin (dpa) - Hitze, Trockenheit und das Russland-Embargo bringen die deutschen Bauern zunehmend in finanzielle Bedrängnis. "Die Preise sind massiv eingebrochen und zwar in allen Sektoren", sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbands (DBV), Joachim Rukwied, am Dienstag in Berlin. Der Preisverfall bei Milch, Schweinefleisch, Getreide, Obst und Gemüse habe die Landwirte seit Jahresbeginn im Vergleich zu 2014 schon deutlich mehr als drei Milliarden Euro gekostet. Das entspreche etwa einem Drittel des gesamten Einkommens. Die Investitionsbereitschaft der Landwirte wird dadurch laut Rukwied spürbar gedämpft: Im zweiten Halbjahr wollen sie nur noch vier Milliarden Euro statt üblicherweise etwa sechs Milliarden in die Hand nehmen.

Neuer Kursrutsch in China lässt Anleger zittern

Shanghai (dpa) - Neue Turbulenzen erschüttern Chinas Aktienmärkte. Spekulationen über einen langsamen Rückzug staatlicher Hilfe haben die Kurse am Dienstag so stark wie seit drei Wochen nicht mehr fallen lassen. Auch Sorgen um eine weitere Abwertung der chinesischen Währung und schlechte Konjunkturaussichten setzten die Märkte unter Druck. Nach dem Eindruck der Händler schwinden die Hoffnungen auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik, nachdem sich der Wohnungsmarkt stärker als erwartet gezeigt hatte. Der wichtige Shanghai Composite Index erlebte mit minus 6,15 Prozent auf 3748 Punkte den größten Rutsch seit dem 27. Juli, als es um 8,5 Prozent in den Keller gegangen war. Der Component Index in Shenzhen fiel um 6,56 Prozent auf 12 683 Punkte, während der ChiNext für Technologiewerte, der dem Nasdaq in den USA ähnelt, 6,08 Prozent auf 2504 Punkte verlor. Das zog auch andere asiatische Aktienmärkte mit runter.

Fraport darf 14 griechische Regionalflughäfen übernehmen

Athen/Frankfurt (dpa) - Nach monatelanger Hängepartie bekommt der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport den Zuschlag für den Betrieb von 14 griechischen Regionalflughäfen. Die entsprechende Entscheidung der linksgeführten Regierung unter Ministerpräsident Alexis Tsipras wurde am Dienstagmorgen bekannt. Der Gesamtkaufpreis für die Betreiberkonzessionen beträgt 1,234 Milliarden Euro. Der Beschluss sei Grundlage für die weiteren Gespräche in Griechenland, sagte ein Fraport-Sprecher am Dienstag auf Anfrage. Der Verkauf an Fraport ist eine der Bedingungen für das dritte Hilfsprogramm für Griechenland im Volumen von bis zu 86 Milliarden Euro. Die Frankfurter hatten sich gemeinsam mit dem griechischen Partner Copelouzos 2014 in einem Bieterwettbewerb durchgesetzt und den Zuschlag für die Betreiberkonzessionen bis ins Jahr 2055 erhalten.

Bauboom in Deutschland hält im ersten Halbjahr 2015 an

Wiesbaden (dpa) - Niedrige Bauzinsen und hohe Nachfrage nach Wohneigentum halten den Immobilienboom in Deutschland am Laufen. Von Januar bis Ende Juni 2015 wurden insgesamt fast 140 400 Neubauten beziehungsweise Umbaumaßnahmen genehmigt, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Das waren 2,6 Prozent oder knapp 3600 Wohnungen mehr als im ersten Halbjahr des Vorjahres. Damit habe sich die seit dem Jahr 2010 anhaltende positive Entwicklung fortgesetzt, erklärte die Wiesbadener Behörde - obwohl die Steigerungsraten nicht mehr ganz so groß sind wie in Vorjahren. Im ersten Halbjahr 2014 zum Beispiel gab es zum Vorjahreszeitraum noch ein Plus von 9,6 Prozent bei den Baugenehmigungen.

Insolvenzverwalter: 40 Kaufinteressenten für Imtech Deutschland

Hamburg (dpa) - Für die insolvente Gebäudetechnik-Firma Imtech Deutschland gibt es mehr als 40 Kaufinteressenten. Der Verkaufsprozess sei gestartet worden, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Peter-Alexander Borchardt am Dienstag in Hamburg mit. "Es ist die wirtschaftlich beste Lösung, Imtech unter neuer Eigentümerschaft fortzuführen." Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young sei mit der Organisation des Unternehmensverkaufs beauftragt worden. Imtech ist Borchardt zufolge bundesweit auf rund 950 Baustellen tätig, darunter auf dem Hauptstadtflughafen. Bereits am Montag wurde bekannt, dass Imtech auf der Flughafen-Baustelle weiter macht.

Dax berappelt sich

Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat seine morgendlichen Verluste bis zum Dienstagnachmittag komplett wettgemacht. Der deutsche Leitindex stand zuletzt 0,04 Prozent höher bei 10 944,33 Punkten. Zuvor hatten neuen Turbulenzen an Chinas Aktienmärkten das Börsenbarometer ein knappes halbes Prozent ins Minus gedrückt. Dementsprechend ging es für den MDax der mittelgroßen Werte um 0,23 Prozent auf 20 745,90 Punkte nach oben. Der Technologiewerte-Index TecDax stieg derweil angesichts guter Geschäftszahlen des Zahlungsabwicklers Wirecard um 0,91 Prozent auf 1780,26 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 bewegte sich kaum vom Fleck. Am deutschen Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 0,46 Prozent. Der Kurs des Euro fiel: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,1060 (Montag: 1,1100) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9042 (0,9009) Euro.