Zürich (SID) - Ermittler-Gipfel in Zürich: Ausgerechnet am Schweizer FIFA-Stammsitz wollen US-Justizministerin Loretta Lynch und der Schweizer Bundesanwalt Michael Lauber am 14. September (Montag) die Öffentlichkeit über weitere Erkenntnisse aus ihren parallel laufenden Ermittlungsverfahren zum Korruptionsskandal beim Fußball-Weltverband informieren. Den Termin für die Pressekonferenz im Renaissance Zurich Tower Hotel am Rande eines internationalen Staatsanwälte-Kongresses zum selben Thema bestätigten Schweizer Behörden.

Lynchs Visite bei den Schweizer Kollegen unterstreicht ebenso wie ihre angekündigte Stellungnahme nur wenige Kilometer vom Büro des umstrittenen FIFA-Bosses Joseph S. Blatter entfernt die große Bedeutung des Falles für die US-Behörden. Im seit gut acht Jahren laufenden Verfahren der USA gegen mehrere Schweizer Bankinstitute wegen Beihilfe zum Steuerbetrug war noch keiner von Lynchs Vorgängern in die Alpenrepublik gereist.

Lynch, kraft ihres Amtes in Personalunion auch Generalbundesanwältin der USA, hatte Ende Mai nach der Verhaftung von sieben FIFA-Funktionären vor dem Verbandskongress in Zürich die Anklage der US-Justiz gegen insgesamt 14 Beschuldigte aus dem Fußball-Geschäft wegen korrupter Machenschaften in 47 Fällen öffentlich gemacht. Vor ihrer Beförderung ins Kabinett von US-Präsident Barack Obama hatte die 56-Jährige als Bundesanwältin in New York die Ermittlungen gegen FIFA-Funktionäre ins Rollen gebracht. 

Während die USA umfassend wegen Betrugs, Bestechung, Geldwäsche und Steuerhinterziehung in Zusammenhang mit Fußball-Deals der amerikanischen Kontinentalverbände CONMEBOL (Südamerika) und CONCACAF (Nord- und Mittelamerika sowie Karibik) ermitteln, untersucht die Schweizer Justiz auf Anzeige der FIFA gegen Unbekannt gezielt den Verdacht von Manipulationen bei der Vergabe der WM-Endrunde 2018 an Russland und 2022 an Katar. Lauber, Gastgeber des Ankläger-Kongresses zum Thema "Wirtschaftskriminalität, Korruption und Geldwäsche", war zuletzt Mitte Juni mit Ermittlungserkenntnissen an die Öffentlichkeit gegangen. 

Die Verfahren in den USA und in der Schweiz laufen unabhängig voneinander. Die beteiligten Behörden arbeiten allerdings zusammen.