Berlin (dpa) - Deutsche Dschihadisten arbeiten nach Angaben eines in die Bundesrepublik zurückgekehrten IS-Kämpfers angeblich auch für den Geheimdienst der Terrormiliz Islamischer Staat.

Sie beteiligen sich nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" sowie der Sender NDR und WDR offenbar auch an Folterungen. Das ergebe sich aus Aussagen des IS-Rückkehrers Nils D. in seinen Vernehmungen.

Die Bundesanwaltschaft hat den Mann wegen Mitgliedschaft in der Terrororganisation IS angeklagt. Er soll dem Islamischen Staat vom Oktober 2013 an für etwas mehr als ein Jahr angehört und in Syrien auch in einer Spezialeinheit zur Festnahme von Deserteuren aus den Reihen des IS gearbeitet haben. Laut Anklagebehörde war er auch in die Verwaltung von IS-Gefängnissen eingebunden gewesen. Beim Verhör eines Gefangenen habe er als Dolmetscher fungiert.

Der Mann war im Januar im niederrheinischen Dinslaken festgenommen worden. Er wird sich vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf verantworten müssen.

Dem Medien-Bericht zufolge verbrachte Nils D. nach eigenen Angaben acht der dreizehn Monate in Syrien in einer Einheit, die sich "Sturmtrupp" nannte und für die Festnahme von Deserteuren und sogenannten Abweichlern zuständig war. In dieser Einheit seien nach seinen Aussagen noch weitere Deutsche aktiv gewesen. Der Inhaftierte berichtete bei seinen Vernehmungen von Folterungen und Hinrichtungen, an denen er jedoch nicht beteiligt gewesen sein will. Ein Foto auf seinem Handy zeige ihn allerdings, wie er einem Gefangenen eine Waffe an den Hinterkopf halte.