Hannover (SID) - Den Interview-Marathon meisterte Youngster Marc Stendera wie ein alter Hase. Mit beiden Händen in den Taschen seiner Daunenjacke stand das 19 Jahre alte  Mittelfeld-Juwel von Eintracht Frankfurt in den Katakomben der HDI-Arena und erklärte seinen ersten Bundesliga-Doppelpack so abgezockt, als sei er schon ewig im Geschäft.

"Ich habe zweimal den Ball bekommen, zweimal einen Hacken geschlagen, zweimal nicht nachgedacht und dann waren die Bälle drin", sagte Stendera, nachdem er die Partie bei Hannover 96 mit seinen beiden Treffern innerhalb von acht Minuten (57. und 65.) quasi im Alleingang gedreht hatte. Der hart erkämpfte 2:1-Erfolg bedeutete für die Hessen das Ende der fünf Spiele andauernden Sieglos-Serie.

"Meine zwei Tore waren wichtig, aber der Sieg war wichtiger", sagte Stendera bescheiden. Obwohl sich der U19-Europameister von 2014 im offensiven Mittelfeld eigentlich wohler fühlt, machte er in der niedersächsischen Landeshauptstadt auf der Sechser-Position eines seiner besten Bundesliga-Spiele (44 Einsätze). "Auch als Sechser muss er in den Strafraum gehen, das habe ich ihm immer gesagt", meinte Eintracht-Coach Armin Veh und lobte: "Er hat die Dinger reingemacht, weil er sich keinen Kopf macht."

Zugute kommt Stendera offenbar auch seine verbesserte Fitness. Das Talent (mit 11,6 Kilometern beste Frankfurter Laufleistung) stellte zu Saisonbeginn auf Anraten von Veh seine Ernährung und verlor einige Kilos. "Jetzt bekommt Marc ein Extra-Schnitzel", sagte Veh mit einem breiten Grinsen.