Sölden (SID) - In Österreich gibt es ein geflügeltes Wort für alpine Ski-Rennen, die in zwei Läufen ausgefahren werden: "Auch dieser Torlauf wird erst im zweiten Durchgang entschieden." Will heißen: Das Zwischenergebnis nach dem ersten Lauf sagt nur wenig aus. Viktoria Rebensburg dagegen mag sich manchmal wünschen, Torläufe würden nur aus dem zweiten Lauf bestehen.

Am Samstag etwa fuhr Rebensburg beim Weltcup-Auftakt im österreichischen Sölden Bestzeit im Finallauf - konnte sich allerdings nach Rang zwölf im ersten Lauf nur auf Rang sechs verbessern. Ein Jahr zuvor hatte sie sich an gleicher Stelle 2014 in Sölden mit der zweitbesten Finalzeit von Rang zwölf auf Rang sechs vorgeschoben.

Bei den Olympischen Spielen in Sotschi sowie bei der WM 2015 fuhr Rebensburg jeweils Bestzeit im zweiten Durchgang - mit wesentlich mehr Erfolg: In Sotschi fuhr sie von Rang sechs noch zu Bronze, in Beaver Creek von Rang elf noch zu Silber. Beide Male holte sie dabei zum Teil extrem große Zeitrückstände auf.

Ihre Schwäche in ersten und Stärke in zweiten Läufen hatte Rebensburg erstmals bei der WM 2007 in Are offenbart: Sie fuhr die drittbeste Zeit im Finaldurchgang und verbesserte sich von Rang 21 noch auf Rang acht. Es war ihr internationaler Durchbruch gewesen.