Thyssenkrupp: Erste Erfolge, aber noch nicht am Ziel

Essen (dpa) - Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger sieht den Konzern nach Jahren der Krise wieder in der Erfolgsspur - auch wegen der trüberen globalen Wirtschaftslage treibt er den Umbau aber weiter voran. "Wir sind von unserem Mindestanspruch und unseren Zielen noch ein gutes Stück entfernt", sagte der Manager am Donnerstag in Essen. Das Unternehmen habe sich inzwischen zwar stabilisiert, doch dies reiche noch nicht aus. Der Umbau gehe weiter und brauche seine Zeit. Mit einem neuen Logo will Thyssenkrupp den Neuanfang nun auch optisch verdeutlichen. Hiesinger verteidigte erneut seine Strategie, den Konzern als Ganzes zu erhalten. Dabei müsse es darum gehen, die lange weitgehend unabhängig voneinander agierenden Unternehmensteile stärker zusammenzubinden.

VW-Abgasskandal: Manager wussten früher Bescheid

Wolfsburg (dpa) - Bei der Aufklärung des VW-Abgasskandals verdichten sich die Hinweise, dass Manager des Autobauers früher als bisher bekannt von Manipulationen wussten. Vertreter des Autobauers räumten am 19. August in Gesprächen mit der kalifornischen Umweltbehörde CARB Unregelmäßigkeiten bei Programmen für die Motorsteuerung ein, berichteten das "Handelsblatt" und das ZDF-Magazin "Frontal21". Die Rede ist von einem "Teilgeständnis". Ein VW-Konzernsprecher sagte am Mittwoch in Wolfsburg, dass es in den USA Abgasprobleme gegeben habe, habe der Vorstand, wie bereits bekannt, früher gewusst - aber nicht, dass es sich dabei um Manipulationen handle. Die Finanzaufsicht Bafin prüft derzeit, ob Volkswagen zu spät über die Manipulationen informiert hat. Einige Aktionäre haben VW deswegen bereits verklagt.

Neuer Anlauf für eine Fusion zwischen DZ Bank und WGZ Bank

Frankfurt/Main (dpa) - Die beiden Zentralinstitute der Volks- und Raiffeisenbanken wollen sich zur drittgrößten Bank in Deutschland zusammenschließen. Eine entsprechende Absichtserklärung sei unterzeichnet worden, teilten DZ Bank und die kleinere WGZ Bank am Donnerstag in Frankfurt mit. Die gemeinsame Bank soll am 1. August 2016 an den Start gehen. Mit einer Bilanzsumme von zusammen knapp 500 Milliarden Euro wäre sie nach Deutscher Bank und Commerzbank die Nummer drei am deutschen Markt. Die DZ Bank ist das Spitzeninstitut von rund 900 Volks- und Raiffeisenbanken in fast ganz Deutschland. Die übrigen Banken in Nordrhein-Westfalen und Teilen von Rheinland-Pfalz sind der WGZ Bank in Düsseldorf zugeordnet.

WEF: Noch mehr als 100 Jahre bis zu echter Gleichstellung

Genf (dpa) - Bis zur vollständigen Gleichstellung von Mann auf Frau in Arbeitswelt, Bildung und Politik kann es nach Ansicht des Weltwirtschaftsforums (WEF) noch mehr als 100 Jahre dauern. Wenn nicht endlich das Tempo der Angleichung bei Einkommen, Bildung und Aufstiegschancen anzieht, werde dieses Ziel weltweit wohl erst im Jahr 2133 erreicht - also in 118 Jahren. Davor warnt der am Donnerstag vom WEF veröffentlichte "Global Gender Gap Report 2015". Rund 250 Millionen Frauen haben der Studie zufolge seit 2006 neu Zugang zu den globalen Arbeitsmärkten erhalten, zugleich halte jedoch die Lohnungleichheit weiter an. "Frauen verdienen heute so viel wie Männer vor einem Jahrzehnt", heißt es in dem Report zur anhaltenden Ungleichheit zwischen den Geschlechtern.

"Job-Gipfel" statt Streiks - Lufthansa lädt Gewerkschaften ein

Frankfurt/Main (dpa) - Nach dem heftigsten Streik in ihrer Geschichte versucht die Lufthansa, mit ihren Gewerkschaften wieder ins Gespräch zu kommen. Der Unternehmensvorstand hat die Gewerkschaften Verdi, Ufo und Vereinigung Cockpit zu einem "Job-Gipfel" eingeladen, bei dem es um die Themen Versorgung, Arbeitsplatzperspektiven und -sicherheit gehen soll. Das Gespräch mit dem Vorstand könne im Anschluss an die Aufsichtsratssitzung vom 2. Dezember stattfinden, erklärte das Unternehmen am Donnerstag. Die Reaktion der Gewerkschaften fiel unterschiedlich aus. Ufo und die Pilotengewerkschaft VC monierten, dass sie über die Presse von dem Vorschlag gehört hätten. "Wenn uns etwas vorliegt, werden wir darüber entscheiden", sagte ein VC-Sprecher. Ein solches Zusammentreffen sei "längst überfällig", hieß es hingegen bei Verdi.

Streik bei Amazon in Leipzig - Verdi zielt auf Weihnachtsgeschäft

Leipzig (dpa) - Die Gewerkschaft Verdi hat am Donnerstag die Beschäftigten bei Amazon in Leipzig zum Streik aufgerufen. Im jetzt beginnenden Weihnachtsgeschäft ist eine ganze Streikwelle auch an anderen deutschen Standorten des US-Versandhändlers angekündigt. "Wir haben immer gesagt, dass es weitere Streiks geben wird, solange sich Amazon Tarifverhandlungen verweigert", sagte Verdi-Sprecherin Eva Völpel in Berlin. An dem Streik in Leipzig beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben etwa 250 Beschäftigte. Amazon sprach dagegen von weniger als 160 streikenden Mitarbeitern. Der Ausstand habe keine Auswirkungen auf das Geschäft. Die überwältigende Mehrheit der Angestellten arbeite regulär.

Deutscher Reisemarkt wächst trotz Terror und Krisen weiter

Lissabon (dpa) - Der deutsche Reisemarkt ist trotz der weltweiten Terrorgefahr und der Griechenland-Krise weiter gewachsen. Die Reiseveranstalter machten im zurückliegenden Geschäftsjahr (Stichtag: 31.10.) nach ersten Berechnungen drei bis vier Prozent mehr Umsatz als im Vorjahr. Das teilte der Deutsche Reiseverband (DRV) am Donnerstag auf seiner Jahrestagung in Lissabon mit. Der Gesamtumsatz erhöhte sich um rund eine Milliarde Euro auf mehr als 27 Milliarden Euro. Die Zahl der Gäste stieg noch einmal um ein Prozent. Wachstumstreiber waren vor allem Kreuzfahrten und Fernreisen. 

Gute Börsenstimmung treibt Dax locker über 11 000 Punkte

Frankfurt/Main (dpa) - Getragen von einer weltweit positiven Börsenstimmung hat der Dax am Donnerstag deutlich zugelegt. Nachdem der deutsche Leitindex zum Handelsstart die 11 000-Punkte-Marke überwand, folgte rasch auch der Sprung über 11 100 Punkte. Bis zum Nachmittag legte er 1,33 Prozent auf 11 105,18 Punkte zu. Der MDax mittelgroßer Werte rückte um 0,86 Prozent auf 21 320,96 Punkte vor, und der Technologiewerte-Index TecDax stieg um 0,80 Prozent auf 1833,20 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,77 Prozent hinzu. Der Kurs des Euro stieg. Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,0687 (Mittwoch: 1,0666) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9357 (0,9376) Euro.