Hamburg (SID) - Weiter Chaos beim HSV Hamburg: Im Kampf um das finanzielle Überleben des ehemaligen deutschen Handball-Meisters ist am Dienstag nach Vereinsangaben noch keine endgültige Entscheidung gefallen - verschiedene Medien berichteten jedoch, dass eine Insolvenz bereits beschlossene Sache oder sogar schon eingeleitet worden sei.

"Wir machen jetzt Feierabend und kommen morgen wieder, dann setzen wir uns wieder zusammen", sagte Pressesprecher Michael Freitag dem SID am Abend. Weitere Mitteilungen des Vereins werde es am Dienstag nicht mehr geben.

Sky Sport News HD berichtete dagegen, dass die Entscheidung zu einem Insolvenzverfahren gefallen sei. Laut Bild-Zeitung habe HSV-Geschäftsführer Christian Fitzek diese am Dienstag sogar bereits beantragt. All dies wollte der Verein dem SID nicht bestätigen, Fitzek selbst war für ein Statement zunächst nicht zu erreichen. Laut Sky und Bild wird eine offizielle Stellungnahme am Mittwochvormittag erwartet.

Im Falle einer Insolvenz dürfte der HSV laut Statuten der HBL mit einem Abzug von zwölf Punkten bestraft werden. Die Existenz des Klubs wäre in höchster Gefahr, eine Lizenz für die kommende Saison höchst unwahrscheinlich. Dennoch wäre ein Zwangsabstieg nicht besiegelt, wenn bis Mitte April die wirtschaftlichen Schwierigkeiten mithilfe eines neuen Trägers bereinigt würden.

Nach NDR-Informationen sprach Fitzek allerdings noch am Dienstag zur Mannschaft und bat um ein paar Tage Geduld. Es gebe demnach zur Stunde keine Lösung, er arbeite aber weiter daran.

Mit einer Mitteilung über die Zukunft der Hanseaten war zuvor am Dienstag gerechnet worden, als die Mannschaft nach einem freien Wochenende die Vorbereitung auf das Bundesliga-Spiel gegen den SC Magdeburg am Sonntag (15.00 Uhr) aufnahm. Von den Spielern gab es vor dem Training keine Informationen zur Lage. "Selbst wenn ich etwas wüsste, könnte ich nichts sagen", sagte Torhüter Johannes Bitter dem NDR.

Trotz ausstehenden Gehaltszahlungen hatte sich die Mannschaft um Kapitän Pascal Hens in den vergangenen Wochen nicht hängen lassen und war mit beeindruckenden Siegen gegen MT Melsungen und die Füchse Berlin auf Platz fünf geklettert.

Die Spieler des Champions-League-Gewinners von 2013 warten seit zwei Monaten auf ihre Gehälter, auch mit der Hallenmiete ist der deutsche Meister von 2011 in Rückstand. Dass Mäzen Andreas Rudolph den Klub wieder einmal mit einer Finanzspritze vor dem Untergang bewahrt, wird angezweifelt.

Angesichts der dramatischen Lage des Klubs befürchtete zuletzt indes auch der Ligaverband einen Imageschaden, der auf alle 18 Klub abstrahlt. "Schließlich werden da nicht nur die Interessen des HSV berührt", sagte Liga-Geschäftsführer Frank Bohmann bei Sport1.