Breslau (SID) - Norwegen hat nach der 33:34-Niederlage nach Verlängerung im Halbfinale der Handball-EM in Polen gegen Deutschland Protest eingelegt. Das bestätigte JJ Rowland, Mediendirektor der Europäischen Handball-Föderation (EHF), dem Sport-Informations-Dienst (SID).

Nach Ansicht der norwegischen Offiziellen soll Deutschland in den letzten Sekunden des dramatischen Spiels einen zusätzlichen Spieler in einem gelben Leibchen auf das Feld geschickt haben, obwohl Torhüter Andreas Wolff seinen Kasten nicht verlassen hatte.

"Wir sehen der Verhandlung gelassen entgegen und freuen uns auf das Finale", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning. Für DHB-Schiedsrichterwart Peter Rauchfuß ist der Sachverhalt ein Novum. "Ich habe so etwas noch nicht erlebt, es gibt keinen vergleichbaren Fall. Da ich nicht vor Ort war, kann ich den Sachverhalt nicht bewerten. Die EHF wird die richtige Entscheidung treffen. Die Gelassenheit beim DHB kann ich nachvollziehen, alle Konzentration der deutschen Mannschaft sollte jetzt dem Finale gelten - unabhängig vom laufenden Protest", sagte Rauchfuß dem SID.

Bis 9.00 Uhr am Samstagmorgen muss Norwegen den Protest schriftlich begründen, bis 12.00 Uhr wird eine Entscheidung verkündet. Das Finale findet am Sonntag (17.30 Uhr/ARD) statt.