Rio de Janeiro (SID) - Der brasilianische Sportgerichtshof hat im Dopingfall der einheimischen Topsprinterin Ana Claudia Lemos drei Monate vor den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro Milde walten lassen. Die Verurteilung zu einer rückwirkenden Sperre von nur fünf Monaten wegen einer positiven Dopingkontrolle von Anfang Februar eröffnet der 27 Jahre alten 200-m-Südamerikarekordlerin sogar die Chance auf einen Olympia-Start vor heimischem Publikum. 

Der Fall kommt allerdings voraussichtlich beim internationalen Sportgerichtshof CAS noch einmal auf den Prüfstand. Sowohl Brasiliens Anti-Doping-Agentur ABCD als auch die Verteidigung der Athletin, die Spuren des anabolen Steroids Oxandrolon in ihrer positiven Kontrolle vom 3. Februar mit der Einnahme eines verunreinigten Medikamentes erklärt und deswegen auf unschuldig plädiert, haben Einspruch angekündigt.

Lemos hatte bereits vor ihrer bisherigen Suspendierung über ihre Paradestrecke 200 m und auch über 100 m die Olympia-Norm geliefert. Die Sprinterin soll in Rio auch Brasiliens ambitionierte 4x100-m-Staffel anführen.