Mannheim (SID) - Die deutschen Handball-Europameister haben einen Fehlstart in die heiße Phase der Olympia-Vorbereitung hingelegt. Ohne Kapitän Uwe Gensheimer unterlag das Team von Bundestrainer Dagur Sigurdsson am Mittwoch in Mannheim gegen Russland mit 25:27 (13:16). 58 Tage vor Beginn der Sommerspiele in Rio de Janeiro offenbarte die DHB-Auswahl noch einige Baustellen.

"Bei uns war es leider Licht und Schatten. Wir haben nicht konzentriert genug angefangen", sagte Sigurdsson und kritisierte die Offensivleistung: "Wir waren zu hektisch und haben uns nicht genug Zeit für die Würfe genommen. Wir haben unnötig verloren, aber waren daran selbst Schuld." Bester Werfer bei den Gastgebern war der Gummersbacher Julius Kühn, der acht Treffer erzielte.

Vor 8235 Zuschauern in der SAP-Arena fehlte den deutschen Spielern drei Tage nach dem Ende der Bundesliga-Saison von Beginn an die Frische, viele der Stars wirkten müde, ausgelaugt. Ungenauigkeiten in allen Mannschaftsteilen und eine insgesamt schwache erste Hälfte waren die Folge. Nach der Pause steigerten sich die Gastgeber zwar vor allem in der Defensive, konnten die Partie jedoch nicht mehr drehen.

"Wir wollen uns als Mannschaft entwickeln und einen Schritt nach vorne kommen, wenn möglich noch ein bisschen besser sein als bei der EM. Das ist uns heute nicht gelungen", sagte Rechtsaußen Patrick Groetzki: "Vor allem in der ersten Halbzeit war es viel zu wenig Aggressivität."

Bis zu den Olympischen Spielen in Rio (5. bis 21. August) stehen Coach Sigurdsson zudem noch einige schwere Entscheidungen bevor. Am 17. Juli endet die Nominierungsfrist für den endgültigen, nur 14 Spieler umfassenden Olympia-Kader (plus ein Reservist). Zuvor bestreiten die deutschen Männer nur noch ein weiteres Länderspiel am 13. Juli in Stuttgart gegen Tunesien.