Köln (SID) - Michael Vesper, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), fordert nach den neuen Details über staatlich gesteuertes Doping in Russland Konsequenzen. "Ich finde den Film schockierend. Er zeigt: Doping zerstört das Ansehen des Sports, das Vertrauen in den Sport, die Werte des Sports und die Sportler, die es nehmen", sagte Vesper nach der Ausstrahlung der ARD/WDR-Dokumentation "Geheimsache Doping: Showdown für Russland" in der Talkshow Maischberger: "Es muss dazu führen, dass es Konsequenzen gibt."

Ob die derzeit suspendierten russischen Leichtathleten daher von Olympischen Spielen in Rio (5. bis 21. August) ausgeschlossen werden sollten, sei aber "eine sehr schwierige Entscheidung", so Vesper: "Bei kollektiven Vergehen ist man geneigt, kollektive Strafen auszusprechen. Aber es wird auch Sportler in Russland geben, die nicht dopen."

In dem neuen Film des Dopingexperten Hajo Seppelt wurde unter anderem aufgedeckt, dass der berüchtigte Geher-Trainer Wiktor Tschegin weiterhin mit Top-Athleten zusammenarbeitet. Außerdem soll Sportminister Witali Mutko maßgeblich an der Vertuschung eines Dopingfalls in Russlands oberster Fußball-Liga mitgewirkt haben.

Der russische Leichtathletik-Verband ist aufgrund massiver Verstöße gegen die Anti-Doping-Richtlinien seit November suspendiert. Voraussichtlich am 17. Juni entscheidet der Weltverband IAAF, ob die derzeitige Sperre gegen die russischen Athleten aufgehoben wird.