Rio de Janeiro (SID) - Die 49er-Segler Erik Heil und Thomas Plößel ziehen als Zweitplatzierte in das entscheidende olympische Finalrennen am Donnerstag ein. Damit könnten die Kieler nach 2008 das erste Mal wieder eine Olympia-Medaille für den Deutschen Segler-Verband (DSV) gewinnen. Der Vorsprung auf Titelverteidiger Nathan Outteridge und Iain Jensen aus Australien auf Platz drei beträgt drei Punkte. Auf Rang vier lauern die Briten Dylan Fletcher-Scott und Alain Sign 13 Zähler zurück.

Die Goldmedaille ist in Rio de Janeiro allerdings schon vorzeitig an die Neuseeländer Peter Burling und Blair Tuke vergeben, die in den letzten drei Vorwettfahrten am Dienstag einen uneinholbaren Vorsprung herausholten.

"Wir hätten natürlich lieber eine Medaille vorzeitig klar gemacht", sagte Steuermann Heil, "aber dafür sind wir im letzten Rennen einfach zu schlecht gestartet". Das Punktepolster auf die Engländer sei groß, aber keineswegs beruhigend. "Die Olympiasieger von 2012 mit Silber zu schlagen, wäre schon ein besonderer Erfolg", sagte Plößel mit Blick auf Outerridge/Jensen. Die Strategie wollen sich die Deutschen am Ruhetag mit Trainer Thomas Rein genau überlegen. Und sonst nur entspannen, "vielleicht im Pool und mit einer Massage", sagte Vorschoter Plößel.

Die 49er-FX-Frauen Victoria Jurczok und Annika Lorenz (Kiel) haben durch einen starken Schlusstag noch den Sprung ins Medalrace geschafft. Durch die Wettfahrtplätze neun, sechs und neun sind sie insgesamt Zehnte, haben aber keine Chance mehr auf das Podium. 

Glücklich über den Finaleinzug, aber nicht vollkommen zufrieden kamen die Frauen in den Hafen zurück. "Wir wollten mehr aufholen und hatten auch die Chance dazu, auch wenn die Spitze schon zu weit weg war", meinte Victoria Jurczok. Immerhin sei bei ihrer Olympia-Premiere aber zumindest rechnerisch noch der siebte Platz drin.

Ferdinand Gerz aus München und der Kieler Oliver Szymanski haben das Medaillenrennen der 470er in letzter Sekunde verpasst. Trotz eines starken Reservetags fehlte der Crew am Ende ein Punkt, sie landeten auf Rang elf. In der gleichen Bootsklasse verpassten auch Annika Bochmann und Marlene Steinherr (Falkensee/Berlin) die Top Ten.