Nürnberg (SID) - Der 1. FC Nürnberg ist im 261. Franken-Derby noch tiefer in die Krise gerutscht und steht nun vorerst am Tabellenende der 2. Fußball-Bundesliga. Die Mannschaft von Trainer Alois Schwartz unterlag am Dienstagabend der SpVgg Greuther Fürth mit 1:2 (0:1) und hat nach sechs Spielen weiterhin lediglich zwei Zähler auf dem Konto.

"Das ist ernüchternd", sagte Schwartz bei Sky: "Aber wir haben heute kompakt gestanden und gut nach vorne gespielt, es war ein Schritt in die richtige Richtung. Aber offenbar müssen wir noch mehr tun, um den Bock umzustoßen." Nürnbergs Sportvorstand Andreas Bornemann will momentan allerdings keine Trainerdiskussion führen: "Wie sich die Mannschaft präsentiert, gibt derzeit keinen Anlass, am Trainer zu zweifeln", sagte er.

Die Fürther (10 Punkte) hielten durch den Sieg dagegen Kontakt zur Aufstiegszone. Serdar Dursun (40.) brachte die Gäste im ältesten Derby des deutschen Fußballs in Führung, Daniel Steininger (54.) legte nach. Beide Tore fielen aus Nürnberger Sicht höchst unglücklich, es waren die Gegentreffer Nummer 16 und 17 für die schlechteste Abwehr der Liga. In der Nachspielzeit gelang dem eingewechselten Guido Burgstaller (90.+3) der Anschlusstreffer.

Im Heimspiel gegen den Nachbarn wollte Trainer Schwartz eigentlich "etwas geraderücken", forderte von seiner Mannschaft "Herz" und "Leidenschaft". Nach nervösen Anfangsminuten war der Club vor 32.362 Zuschauern dann tatsächlich die bessere Mannschaft. Nürnberg attackierte die Fürther früh und kam allein in den ersten 45 Minuten auf 9:0 Eckbälle. Auch die erste Großchance des Spiels gehörte den Gastgebern, doch ein Kopfball von Tim Matavz traf nur die Latte (22.).

Beide Gegentreffer waren dann kaum zu verteidigen: Ein Versuch von Niko Gießelmann prallte vom Querbalken zurück ins Feld. Sebastian Freis stand genau richtig und brachte per Kopf Torschütze Dursun ins Spiel. Kurz nach der Pause fälschte Nürnbergs Verteidiger Laszlo Sepsi einen Schuss von Steininger dann unhaltbar ab, Torwart Thorsten Kirschbaum hatte keine Chance.