Oslo (SID) - Der Dopingfall der norwegischen Langlauf-Olympiasiegerin Therese Johaug wäre offenbar mit einem einfachen Blick auf eine Medikamentenverpackung zu verhindern gewesen. Am Freitag veröffentlichte die norwegische Tageszeitung Dagbladet Bilder des Arzneimittels Trofodermin, die eine deutliche Doping-Warnung auf der Verpackung zeigen.

Am Donnerstag hatte der norwegische Skiverband den positiven Test der siebenmaligen Weltmeisterin und aktuellen Gesamtweltcup-Siegerin öffentlich gemacht. Grund für die positive Probe ist nach Angaben des Verbandes eine Sonnencreme, die Johaug während eines Trainingslagers in Italien zur Behandlung eines Sonnenbrands auf der Lippe erhalten hatte. 

Der Mannschaftsarzt Fredrik S. Bendiksen habe Johaug die Creme gegeben. Dass diese das auf der Verbotsliste der Welt-Antidoping-Agentur WADA stehende Clostebol enthält, sei ihm nicht bekannt gewesen. Bendiksen ist inzwischen zurückgetreten. Nach Angaben der Zeitung habe die italienische Apothekerin, bei der Bendiksen die Creme gekauft haben will, bestätigt, dass alle Verpackungen diesen Warnhinweis trügen.