Hockenheim (dpa) - Edoardo Mortara hat die Titelentscheidung im Deutschen Tourenwagen Masters mit einer starken Aufholjagd vertagt und sich selbst die Chance auf die Meisterschaft im letzten Rennen erhalten.

Beim Sieg seines Markenkollegen Miguel Molina raste der Audi-Fahrer am Samstag auf dem Hockenheimring hinter Spitzenreiter Marco Wittmann auf Rang drei. "Die können nicht sagen, dass er der einzige ist, der diese Meisterschaft verdient", funkte Mortara im Ziel.

Der Rückstand auf Wittmann vergrößerte sich zwar von 14 auf 17 Punkte. Doch nachdem Wittmann zwischenzeitlich schon wie der vorzeitige Meister aussah, eroberte Mortara am Ende Platz um Platz und war der gefühlte Sieger der Wettfahrt. "Ich wusste, dass ich am Ende meine Chance bekomme", sagte der Italiener Mortara. "Es ist alles offen jetzt."

Wittmann dagegen verwies vor dem Finale am Sonntag auf die Fakten. "Er ist ein gutes Rennen gefahren, wenn er von acht auf drei fährt", sagte der Meister von 2014. "Aber effektiv haben wir den Vorsprung ausgebaut, das ist ganz, ganz wichtig."

DER START

Am Start hatte Wittmann die klar bessere Ausgangslage im Vergleich zu seinen verbliebenen Verfolgern. Von Rang vier aus arbeitete er sich in der ersten Runde zudem nach vorne auf Position drei. Mortara dagegen war im ersten Umlauf gleich mehrfach in einen Zweikampf mit Ex-Formel-1-Pilot Timo Glock verwickelt. Gegen Wittmanns BMW-Kollegen zog er dabei im Kampf um Platz sieben zunächst den Kürzeren. An der Spitze konnte Miguel Molina sich vor Pole-Setter Antonio Felix da Costa setzen und seinem dritten DTM-Sieg entgegenfahren.

DAS RENNEN

Der Sprung auf Rang zwei war für Wittmann eine leichte Übung. BMW-Kollege Felix da Costa leistete keine Gegenwehr gegen den Titelkandidaten und gab von Runde acht an gemeinsam mit Tom Blomqvist den Begleitschutz für Wittmann. Mortara dagegen kam bis zur Halbzeit des Rennens nicht an Glock vorbei - schaffte es aber in Runde 15 dann mit einem klasse Manöver. Danach war Überholen deutlich einfacher für den Italiener. Zudem zeigte er seine Klasse und schnappte sich auch noch Felix da Costa. An Wittmann kam er nicht mehr heran.

DER TITELKAMPF

Mit seiner Aufholjagd hat Mortara eine Titelentscheidung am Sonntag erzwungen und die zweite Meisterschaft von Wittmann vorerst verhindert. Jamie Green hat nun auch rechnerisch keine Chance mehr. Am Sonntag heißt es Wittmann gegen Mortara - der sich in seinem wohl letzten DTM-Rennen für Audi mit dem Titel verabschieden könnte. Dem Vernehmen nach fährt er kommende Saison für Mercedes.

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