Berlin (dpa) - Mit einer eindrucksvollen Kampfansage hat der ehemalige Bundestrainer Vital Heynen seinen Job in der Bundesliga begonnen. Der neue Chefcoach des VfB Friedrichshafen holte gleich in ersten Wettkampf mit seinem neuen Team den ersten Titel.

Der 13-malige deutsche Meister VfB gewann in Berlin die Premiere des von der Volleyball-Bundesliga ausgerichteten Supercups gegen den amtierenden nationalen Champion und Pokalsieger BR Volleys mit 3:0 (25:16, 25:20, 25:21). "Das war ein beeindruckendes Spiel von uns. Die Jungs sind wie eine Maschine durchmarschiert", sagte Heynen.

Damit revanchierte sich Friedrichshafen im ersten offiziellen Wettbewerbsspiel nach dem Abgang von Trainerlegende Stelian Moculescu auch für die Niederlage in den jüngsten Final-Playoffs in der Bundesliga. "Für uns war das wichtig, für Berlin nicht. Sie haben erfahrene Spieler. Die meisten von uns haben so eine Riesenkulisse noch nicht erlebt", betonte Heynen angesichts von 5624 Zuschauern in der Arena am Ostbahnof. Der Belgier hatte fast sechs Jahre das deutsche Nationalteam trainiert und bei der WM 2014 auf den Bronzeplatz geführt. Seit dem Sommer ist der 47-Jährige verantwortlich für den ehemaligen Champions-League-Sieger VfB.

Heynen geht mit gleich neun deutsche Spielern in die Saison. Und schon beim Supercup vor dem Bundesliga-Start zeigte sich der VfB mit acht Neuen als schlagkräftige Einheit. Der Tscheche Michal Finger, der Norweger Andreas Takvam und der Belgier Tomas Rousseaux setzten neben dem starken Zuspieler Simon Tischer gleich die Akzente. "Unsere Blockabwehr war gut", betonte Heynen.

Die Berlin Volleys konnten noch nicht an die Auftritte der vergangenen Erfolgs-Spielzeit mit gleich drei Titeln anknüpfen, obwohl zunächst in dem Kanadier Graham Vigrass nur einer von insgesamt fünf Neuzugängen in der ersten Sechs stand. Allerdings sind Nehemiah Mote und Steven Marshall wegen Verletzungen langfristig nicht einsatzfähig. "Das war nicht das Level, das wir wollen", bemerkte Berlins Zuspieler Sebastian Kühner.

Den Supercup der Damen entschied der Allianz MTV Stuttgart durch einen 3:1 (25:20, 25:23, 24:26, 25:20)-Sieg gegen Meister Dresdner SC für sich. Das jüngste Liga-Finale und das Pokalendspiel hatten die Stuttgarterinnen gegen das sächsische Team noch verloren. Der schwäbische Club steckt vor dem Ligastart am kommenden Wochenende allerdings in einer schwierigen finanziellen Situation, wie Geschäftsführer Aurel Irion bestätigte: "Fraglos stehen wir unter dem Druck, ein oder zwei neue Großsponsoren finden zu müssen."

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