Istanbul (dpa) - Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan will mit Truppen seines Landes an der Befreiung der irakischen Stadt Mossul teilnehmen. Warum ihm das so wichtig ist, daraus macht er keinen Hehl:

Er versteht sich als Schutzherr der Sunniten - Mossul ist im mehrheitlich schiitisch geprägten Irak die größte sunnitische Stadt. Damit will die Türkei auch wachsenden Einfluss schiitischer Milizen im Nachbarland Irak und damit des Irans in der Region verhindern. Inakzeptabel wäre für die Türkei daher, wenn sich der Mossul-Offensive schiitische Milizen anschließen würden.

Erdogan sagte kürzlich, nach der Vertreibung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) dürften in der Stadt nur sunnitische Araber, Turkmenen und sunnitische Kurden leben. Auch der türkische Ministerpräsident und Chef der islamisch-konservativen AKP, Binali Yildirim, betont, die Türkei wolle die Bevölkerungsstruktur im Nachbarland Irak erhalten.