Moskau (dpa) - Als Wladimir Putin vor wenigen Wochen die Deutsche Schule in Moskau besuchte, wurde die besondere Beziehung des russischen Präsidenten zu Deutschland wieder ganz deutlich.

Seine kurze Rede begann der Kremlchef auf Deutsch - gelernt ist gelernt in den fünf Jahren als Agent in der damaligen DDR.

Von 1985 bis 1990 arbeitete Putin für den Sowjetgeheimdienst KGB in Dresden. In Sachsen kamen seine Töchter Maria und Jekatarina zur Welt, die Putin später auf die Deutsche Schule in Moskau schickte.

Immer wieder berichten russische Medien, dass Putin das Geschehen in Deutschland aufmerksam verfolge - noch vor der Lage in den USA. Den früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) zählt der russische Staatschef zu seinen persönlichen Freunden. Schröder besetzt wichtige Posten in Unternehmen, die den Ausbau der Ostseepipeline Nord Stream von Russland nach Deutschland vorantreiben. Putins Verhältnis mit Schröders Nachfolgerin Angela Merkel (CDU) gilt als deutlich kühler.

Gegenseitige Besuche sind seit der Ukraine-Krise seltener geworden. So wird Bundespräsident Joachim Gauck wohl ohne Dienstreise nach Russland aus dem Amt scheiden. Und Putins letzter Besuch in Deutschland ist mehr als drei Jahre her. Jüngst traf Vizekanzler und SPD-Chef Sigmar Gabriel mit ihm in Moskau zusammen. Streitpunkt ist auch der Syrien-Krieg: Moskau unterstützt Machthaber Baschar al-Assad, für den aber Berlin keine politische Zukunft sieht.

Putin schätzt jedoch Deutschland auch als Partner für Wirtschaft und Modernisierung. So äußert er sich immer wieder anerkennend über die derzeit knapp 6000 deutschen Unternehmen, die in Russland aktiv sind.

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