Leipzig (SID) - Sportdirektor Ralf Rangnick von RB Leipzig hält vor dem Spiel bei Bayer Leverkusen am Freitag (20.30 Uhr/Sky) trotz der möglichen Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga nichts von großer Euphorie. Ob man den Leipziger Höhenflug als Wunder oder Märchen bezeichnet, ist dem 58-Jährigen egal. "Wir machen uns darüber, ehrlich gesagt, keinen großen Kopf", sagte Rangnick den Stuttgarter Nachrichten.

Auch, dass RB langfristig ein Konkurrent für die Bayern werden könne, ist Rangnick nicht wichtig. "Darüber denken wir null Komma null nach. Wir setzen uns nur unsere eigenen Ziele, die unsere eigene Entwicklung betreffen", meinte der frühere Bundesliga-Coach. Eins wisse er aber ganz genau: "Dass wir nach stetiger Weiterentwicklung trachten. Immer besser werden - das treibt uns an."

Allerdings, so Rangnick weiter, habe die aktuelle Tabelle der Bundesliga mit Leipzig auf Rang zwei durchaus auch Aussagekraft. "Weshalb man mittlerweile auch von einem Trend sprechen kann, nicht nur von einer Momentaufnahme. Keine Frage: Uns ist ein sehr guter Saisonstart gelungen, wir wissen, dass wir gut drauf sind", sagte der "Professor".

Gegen Leverkusen erwartet Rangnick einen heißen Tanz, "da zwei Teams mit einer ähnlichen Auffassung von Fußball aufeinandertreffen, zwei extreme Umschaltmannschaften", meinte der RB-Sportdirektor: "Da wird es auf Details ankommen, wir freuen uns jedenfalls sehr auf das Spiel."

Nach zehn Spieltagen hat Leipzig 24 Punkte auf dem Konto, ist immer noch ungeschlagen. Ein Punkt in Leverkusen - und RB ist erstmals Tabellenführer, zumindest für einige Stunden. Der Lauf ist gut. "Durch die ersten Ergebnisse hat das Team gemerkt, dass es auch mit den ganz Großen konkurrieren kann."

Gegen Bayer fallen Bernardo (Meniskus) und Lukas Klostermann (Kreuzbandriss) aus. Der Einsatz von Offensivspieler Oliver Burke (Virus) ist stark gefährdet. Timo Werner (Magen-Darm-Infekt) ist zwar angeschlagen, wird aber wohl spielen können.