Minden (dpa) - EU-Parlamentspräsident Martin Schulz ist trotz des autoritären Kurses in der Türkei gegen einen Abbruch der EU-Beitrittsverhandlungen. "Sprachlosigkeit hat noch nie weiter geführt, sondern birgt eher die Gefahr weiterer Eskalation in sich", sagte der SPD-Politiker dem "Mindener Tageblatt". "Klar ist: Sollte die Türkei die Todesstrafe einführen, wäre das automatisch das Ende der Beitrittsgespräche." In der Türkei sitzen seit dem gescheiterten Militärputsch über 36 000 Menschen in Untersuchungshaft. Mehr als 60 000 Menschen wurden aus dem Staatsdienst entlassen.