Hamburg (dpa) - Dem ohnehin sportlich gebeutelten Tabellen-Schlusslicht Hamburger SV geht im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga nun auch noch das Personal immer mehr aus.

Im Auswärtsspiel bei seinem Ex-Club 1899 Hoffenheim muss HSV-Trainer Markus Gisdol definitiv auf drei Stammkräfte verzichten. Torhüter René Adler wird am Montag wegen seiner Schleimbeutelentzündung im Ellenbogen operiert und kann in diesem Jahr kein Spiel mehr bestreiten. Auch Abwehrspieler Emir Spahic, der mit einer Meniskusquetschung und Adduktorenproblemen zwei bis drei Wochen lang ausfällt, und Mittelfeldmann Albin Ekdal (Sprunggelenk) werden die Reise in den Kraichgau nicht antreten.

Für Adler rückt Christian Mathenia zwischen die Pfosten. Der Keeper, der zu Saisonbeginn von Darmstadt 98 gekommen war, genießt Gisdols Vertrauen: "Er hat im Training viel Druck gemacht und sich diesen Einsatz auch verdient."

Fraglich ist der Einsatz von Stürmer Luca Waldschmidt, der Knieprobleme hat. "Wir müssen sehen, ob es Sinn macht, ihn mitzunehmen", sagte Gisdol. Da Bobby Wood noch seine Rotsperre absitzt, wäre Pierre-Michel Lasogga die letzte Angriffsalternative.

Chancenlos sieht Gisdol seine Mannschaft gegen die noch ungeschlagenen Hoffenheimer nicht. Das "risikoreiche Aufrücken" der TSG will er nutzen. "Die Umschaltmomente werden entscheiden", sagte der HSV-Coach: "Nur zu mauern wird nicht erfolgreich sein."

Den Wechsel im Kapitänsamt von Johan Djourou auf Gotoku Sakai bezeichnete Markus Gisdol als "überfällige Strukturveränderung". Der Coach will weitere Dinge ändern, die ihm nicht gefallen haben. Dazu gehören die Anwesenheitszeiten der Spieler vor und nach dem Training sowie die Intensivierung des Sprachunterrichts der ausländischen Profis.