Dublin (SID) - Der im Zuge des Olympia-Ticketskandals angeklagte hochrangige IOC-Funktionär Patrick Hickey erhält vorerst keine Hilfe aus der Heimat. Wie eine Sprecherin der Nachrichtenagentur AFP am Freitag mitteilte, wird Irlands Olympisches Komitee (OCI) nicht die fällige Kaution von 1,5 Millionen Real (rund 400.000 Euro) hinterlegen, um seinem Präsidenten die Ausreise aus Brasilien zu ermöglichen.

Wie eine Richterin am Donnerstag entschied, erhält der 71-Jährige nur auf diese Weise seinen seit August konfiszierten Pass zurück, um sich in der Heimat in "medizinische Behandlung" begeben zu können. Hickey, der an Herzproblemen leidet, hatte zunächst im Hochsicherheitsgefängnis Bangu in Rio de Janeiro gesessen, bevor er Ende August aufgrund seiner gesundheitlichen Probleme entlassen worden war.

Der Präsident des Europäischen Olympischen Komitees EOC steht in dem Verdacht, Olympia-Eintrittskarten aus dem OCI-Kontingent zum überteuerten Weiterverkauf an die Ticket- und Hospitality-Firma THG weitergegeben und sich damit bereichert zu haben. Hickey hatte allerdings stets seine Unschuld beteuert.

Auch die Anwaltskosten werde das OCI nur übernehmen, falls Hickey von den Vorwürfen freigesprochen wird, erklärte die Sprecherin weiter.