Augsburg (SID) - Mit einer dürftigen Leistung hat Hertha BSC die Gelegenheit versäumt, näher an das Spitzenduo der Fußball-Bundesliga heranzurücken. Die Mannschaft von Trainer Pal Dardai kam beim engagierten, aber spielerisch limitierten FC Augsburg nur zu einem torlosen Remis. In einem niveauarmen Duell knüpfte die alte Dame fast zu keiner Phase an die bisher starken Leistungen dieser Saison an, ist aber dennoch zunächst Tabellendritter.

Berlin hatte die etwas reifere Spielanlage, Augsburg setzte jedoch ein deutliches Plus an Kampfkraft und Einsatzwillen dagegen. Vom personell geschwächten Team von Trainer Dirk Schuster waren spielerische Glanzlichter nicht unbedingt erwartet worden, die Hertha aber blieb gerade nach dem jüngsten 3:0 gegen Borussia Mönchengladbach vieles schuldig. Auch das Offensivduo Vedad Ibisevic und Salomon Kalou war über weite Strecken abgemeldet.

Die Berliner, kurzfristig ohne den bislang überzeugenden Mitchell Weiser (muskuläre Probleme) angetreten, agierten zunächst strukturierter als die Schwaben. Die Dardai-Elf suchte Lücken in der Augsburger Viererkette und versuchte diese mit Pässen in die Tiefe auszunutzen. Auf diese Weise kam der Ex-Augsburger Alexander Esswein (8.) zur ersten klaren und für längere Zeit besten Möglichkeit im Spiel, scheiterte jedoch an FCA-Torwart Marwin Hitz.

Die in der Offensive stark dezimierten Augsburger warteten auf Berliner Fehler, die in schnellen Gegenstößen münden sollten. Dieser Plan ging erst einmal aber nur bedingt auf, die Schuster-Elf war nicht zielstrebig genug. Immerhin hatte sich der angeschlagene Südkoreaner Dong-Won Ji rechtzeitig fit gemeldet. Trainer Schuster wollte aber ohnehin "nicht rumjammern" angesichts der bitteren Ausfälle von Raul Bobadilla, Alfred Finnbogason und Ja-Cheol Koo, die alle für den Rest der Hinrunde ausfallen.

Der FCA kämpfte sich mit zunehmender Dauer besser ins Spiel und kam durch Verteidiger Martin Hinteregger (29.) zu einer guten Chance. Während Berlin sichtbar nachließ, hatte Augsburg vor allem emotional Vorteile und verwickelte die Hertha mit hohem Einsatz in unangenehme Zweikämpfe. Ansehnlich war das Ganze aber kaum, wie ein Team aus der Spitzengruppe der Bundesliga agierten die Hauptstädter keineswegs.

Das änderte sich auch nach dem Wechsel zunächst nicht. Dardai versuchte nach gut einer Stunde, durch Julian Schieber und Genki Haraguchi neue Impulse zu setzen. Kämpferisch verdienten sich aber weiterhin die Augsburger bessere Noten, Herthas Valentin Stocker (68.) prüfte Hitz zumindest noch einmal.