London (SID) - Das Endspiel beim ATP-Saisonfinale in London wird auch zum Showdown um Platz eins in der Tennis-Weltrangliste: Der britische Branchenführer Andy Murray und der erst vor rund zwei Wochen entthronte Serbe Novak Djokovic spielen am Sonntag neben dem inoffiziellen WM-Titel und einem Sieger-Preisgeld von rund 1,8 Millionen Dollar auch darum, wer das Tennisjahr 2016 als Primus abschließt.

Wimbledon- und Olympiasieger Murray spielte sich nach einem wahren Kraftakt erstmals im Endspiel des ATP-Saisonfinals. Der Branchenprimus aus Schottland rang im mit 3:41 Stunden Spieldauer längsten Match in der Geschichte der ATP-Tour-Finals den Wimbledon-Finalisten Milos Raonic (Kanada) mit 5:7, 7:6 (7:5), 7:6 (11:9) nieder. Djokovic machte gegen den Japaner Kei Nishikori mit 6:1, 6:1 dagegen in 66 Minuten kurzen Prozess und sparte womöglich entscheidend Kraft für das Endspiel am Sonntag.

In einem durchgängig ausgeglichenen Match zwischen Murray und Raonic auf höchstem Niveau spitzte sich die Dramatik im 81 Minuten dauernden Entscheidungssatz zu. Murray holte sich die Breaks zum 5:4 sowie zum 6:5, brachte aber in der Folge jeweils seinen Aufschlag zum Matchgewinn nicht durch. Im abschließenden Tiebreak vergab Murray dann drei Matchbälle, wehrte einen gegen Raonic ab und verwandelte schließlich erst seinen vierten Matchball zur Entscheidung.

Der 29-jährige Murray hatte Djokovic Anfang November nach 122 Wochen an der Spitze abgelöst. Djokovic gewann das Turnier 2008 und sowie von 2012 bis 2015. Mit seinem sechsten Turniersieg würde der Serbe wieder die Nummer eins übernehmen und zudem mit Rekordsieger Roger Federer (Schweiz) gleichziehen, der seine Saison verletzungsbedingt bereits im August beendete.