London (SID) - Zwei Rennen am Tag, dazwischen eine Unterbrechung für Werbepausen und Interviews mit den Fahrern: Formel-1-Boss Bernie Ecclestone schweben für eine Steigerung der Attraktivität der Motorsport-Königsklasse tief greifende Reformen vor. Wir müssen uns das traditionelle Konzept mit nur einem langen Rennen anschauen. Zwei Läufe über je 40 Minuten mit einer 40-minütigen Pause wäre für die TV-Sender, die Zuschauer und die Werbeträger attraktiver", sagte der 86-jährige Brite der Sunday Times.

Die Idee des 86-Jährigen ist radikal. In der Pause "könnten Gespräche mit Fahrern geführt und an den Boliden gearbeitet werden", so Ecclestone. Das Ergebnis des ersten Rennens würde die Startaufstellung für das zweite festlegen: "Wir hätten leichtere und schnellere Autos."

Die Notwendigkeit seines Vorschlags begründete Ecclestone mit der kürzeren Aufmerksamkeitsspanne der Fans. "Bei allen US-Sportarten gibt es Time-outs, in erster Linie, weil sich das amerikanische Publikum nicht konzentrieren kann. Inzwischen sind die Leute überall gleich", so der Brite, der allerdings Zweifel an der Umsetzung hegt: "Ich weiß nicht, ob wir für so einen Wandel auch die Courage hätten. Aber Zeiten ändern sich, und das ist etwas, worauf wir schauen müssen."

Ecclestones Fokus auf den US-Markt ist besonders deshalb interessant, da die im September eingeleitete Übernahme der Formel 1 durch den US-Unterhaltungskonzern Liberty Media zuletzt weitere Rennen in den USA wahrscheinlicher gemacht hatte. Die Amerikaner nannten schon bei ihren ersten öffentlichen Auftritten immer wieder auch die "Entwicklung des Rennkalenders" als großes Ziel. In der laufenden Saison stand lediglich das Rennen in Austin/Texas im Kalender, das Mercedes-Pilot Lewis Hamilton Ende Oktober gewann.