Sinsheim (dpa) - Unbesiegt gegen sieglos: Wenn Markus Gisdol an seine alte Wirkungsstätte nach Sinsheim zurückkehrt, könnten die Gegensätze krasser nicht sein.

Während die noch ungeschlagenen Kicker von 1899  Hoffenheim vor dem Duell am Sonntag (15.30 Uhr) in der Fußball-Bundesliga einen Lauf haben, wartet der abstiegsbedrohte Hamburger SV nach zehn Partien noch immer auf sein erstes Erfolgserlebnis. Der ebenfalls gefährdete SV Werder Bremen hat vor dem Duell mit Eintracht Frankfurt (17.30 Uhr) zumindest gute Erinnerungen an den Kontrahenten: Am 34. Spieltag der vergangenen Saison retteten sich die Bremer dank eines Treffers von Papy Djilobodji in der 88. Minute vor der Relegation.

Werder hofft auf die Rückkehr von drei Leistungsträgern. Die Langzeitverletzten Max Kruse, Philipp Bargfrede und Claudio Pizarro sind wieder fit und sollen die Hanseaten nach drei Niederlagen hintereinander zu drei Punkten schießen. Das Trio hat Chancen, von Trainer Alexander Nouri für die Startformation nominiert zu werden. "Sie machen uns besser", sagte der Werder-Coach. Während Pizarro bereits auf Schalke zu einem Kurz-Einsatz kam, stehen Bargfrede und Kruse vor ihren Saison-Debüts.

HSV-Trainer Gisdol will mit dem HSV bei seinem früheren Arbeitgeber die Wende herbeiführen. Dabei setzt der 47-Jährige vor allem auf Ruhe. "Wenn ich mich anstecken lasse von der aktuellen Hektik, die manchmal keinen Boden kennt, wäre das nicht gut", sagte Gisdol, der mit diesen Situationen Erfahrung hat. Einst bewahrte er die TSG vor dem Abstieg in die Zweitklassigkeit.

Von Chaos ist bei den Kraichgauern in dieser Saison überhaupt keine Spur. Trainer Julian Nagelsmann hat Hoffenheim wieder auf Kurs gebracht und kann mit seinem Team gegen die Hamburger Tabellenplatz drei verteidigen. "Wir sind auf einen heißen Tanz vorbereitet und werden den Gegner auf keinen Fall unterschätzen", erklärte Nagelsmann. Der 29-Jährige arbeitete in der Saison 2012/13 zwei Monate als Co-Trainer unter Gisdol.