Frankfurt/Main (SID) - DOSB-Präsident Alfons Hörmann hat dem Deutschen Tennis Bund (DTB) die Aufnahme in die Grundförderung im Zuge der geplanten Spitzensportreform in Aussicht gestellt. "Bislang konnte mir niemand einen Grund nennen, warum der DTB nicht förderungswürdig ist. Er hat realistische Chancen für eine künftige und bessere Form der Förderung", kündigte Hörmann bei der 68. Mitgliederversammlung des DTB am Sonntag in Frankfurt am Main an und sagte: "Ich lasse mich zu der Aussage verleiten, dass der DTB nur einer der Gewinner dieser Konstellation sein kann." 

Auch DTB-Sportdirektor Klaus Eberhard verbreitete diesbezüglich Optimismus: "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht." Unter anderem wurden zusätzlich drei neue Trainer an den Bundesstützpunkten eingestellt.

Hörmann hielt vor den Delegierten der 18 Landesverbände des mitgliederstärksten Tennis-Verbandes der Welt einen Gastvortrag und warb noch einmal für die Spitzensportreform, die von der Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes am 3. Dezember in Magdeburg abgesegnet werden muss. "Die Fokussierung auf den Erfolg ist eine alternativlose Fokussierung", sagte Hörmann.

Der 56-Jährige schwärmte in seiner Rede von den olympischen Tennis-Tagen und Silbermedaillen-Gewinnerin Angelique Kerber. "Das waren mit die schönsten und spannendsten Momente in Rio", meinte Hörmann. 

DTB-Präsident Ulrich Klaus wollte trotz der Erfolge von Australian-Open- und US-Open-Siegerin Kerber nicht von einem Boom sprechen, "aber wird sind medial erheblich in den Fokus gerückt." Die Hoffnung auf eine stärkere TV-Präsenz gibt es weiterhin.

Die Verbands-Führung nahm mit Blick auf die weitere Entwicklung bei Mitgliederzahlen etc. auch die Basis in die Pflicht. "Ein Boom kommt eher von unten, von den Vereinen. Wir können das nur unterstützend begleiten", sagte DTB-Vizepräsident Bernd Greiner. 

Nach intensiven Beratungen konnte das Präsidium am Wochenende ein umfangreiches Reformprogamm für die Bereiche Leistungssport und Jugendförderung auf den Weg bringen. Dies wird über eine moderate Anhebung der Turnierteilnehmer-Gebühr im Ranglistenbereich sowie die Einführung eines Teilnehmer-Beitrags bei den Leistungsklassen-Events finanziert. Abgesegnet werden soll der Entwurf bei einer Außerordentlichen Mitgliederversammlung im Februar 2017.