Nagano (SID) - Nico Ihle hat die lange Durststrecke der deutschen Eisschnellläufer beendet und beim Weltcup in Nagano einen der größten Erfolge seiner Karriere gefeiert. Der 30-Jährige aus Chemnitz gewann am Sonntag in 34,82 Sekunden überraschend das 500-m-Rennen und machte seinen insgesamt zweiten Weltcupssieg perfekt. Vor zwei Jahren hatte der Olympiavierte in Berlin über 1000 m triumphiert. Ihle verwies in Japan den Niederländer Jan Smeekens (34,89) und Cha Min-Kyu aus Südkorea (34,96) auf die Plätze.

"Das ist richtig geil! Es ist das erste Mal, dass ich ganz oben auf dem 500-m-Podest stand. Das tat richtig gut", sagte Ihle dem SID. Dem deutschen Meister, in der Vorwoche in Harbin/China noch in der B-Gruppe gelistet, gelang im ersten von zehn Paaren ein guter Start auf der Außenbahn (9,76 Sekunden).

Anschließend brachte er seine geballte Kraft auf das Eis und setzte die Bestmarke, die für seine Konkurrenten nicht zu unterbieten sein sollte. Als im letzten Duell auch der russische Weltmeister Pawel Kulischnikow patzte, machte Ihle im Innenraum einen Luftsprung und zeigte die Siegerfaust. "Ich hätte mich über jede Top-10-Platzierung gefreut, aber so ist das richtig klasse", sagte Ihle. 

Für die krisengebeutelte Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG), die in der Vorsaison ohne Podestplatz im Weltcup geblieben war, war es der erste Weltcupsieg seit dem Erfolg der Erfurterin Judith Dannhauer (frühere Hesse), die im Februar 2015 in Heerenveen ebenfalls über 500 m gesiegt hatte.

Ihle bestätigte mit dem Triumph seine starke Frühform und vergoldete zugleich die für ihn äußerst erfolgreiche Reise nach Japan. Bereits am Samstag hatte Ihle überzeugt und an der Seite seines Bruders Denny sowie Joel Dufter (Inzell) den zweiten Platz im Teamsprint (1:21,27 Minuten) belegt. Zuvor hatte er mit Platz fünf über 1000 m (1:08,96) Selbstvertrauen auf der Einzelstrecke getankt.

Zum Abschluss des zweiten Saisonweltcups zeigte die fünfmalige Olympiasiegerin Claudia Pechstein ein solides Rennen im Massenstart und wurde Achte. Die zweite deutsche Starterin Bente Kraus (Berlin) landete auf dem 14. Rang, der Sieg ging an die südkoreanische Vize-Weltmeisterin Kim Bo-Reum.