Bremen (SID) - Emotionaler Abschied von Grün-Weiß mit schwarzen Zahlen: Nach 35 Dienstjahren als Manager und im Aufsichtsrat hat Willi Lemke zumindest offiziell Abschied von Werder Bremen genommen. Der 70-Jährige war aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl in den Aufsichtsrat vorgeschlagen worden, wurde aber bei der Mitgliederversammlung frenetisch gefeiert.

Ungeachtet der sportlichen Probleme bei den Hanseaten konnte Geschäftsführer Klaus Filbry den 362 Mitgliedern erstmals seit vier Jahren wieder eine positive Bilanz präsentieren. In der Spielzeit 2015/16 erwirtschaftete der Traditionsverein einen Überschuss von 2,8 Millionen Euro.

"Wirtschaftlich stehen wir sehr stabil und gesund da. Wir sind an einem Punkt, an dem wir unser Eigenkapital wieder aufbauen. Auch in der laufenden Saison deutet alles auf ein erneutes Plus hin", sagte Filbry. Vier Jahre lang hatten die Norddeutschen Verluste von rund 38 Millionen Euro angehäuft. Das Eigenkapital schrumpfte auf knapp 300.000 Euro.

Lemke, der den Aufsichtsrat von 2005 bis 2014 anführte und schon seit 2010 Werder-Ehrenmitglied ist, erhielt zum Abschied ein Werder-Trikot mit der Rückennummer 17 für 17 Jahre Aufsichtsrat und dem Aufdruck "Danke".

Sichtlich bewegt dankte Lemke für die Sympathiebekundungen. Noch bis zum Jahresende übt der einstige SPD-Politiker das Amt des Sport-Sonderbeauftragten bei der UNO aus.   

Zuvor hatte Filbry an die Geschlossenheit beim SV Werder appelliert, der momentan auf Relegationsplatz 16 steht: "Die müssen wir unbedingt bewahren. Wir werden in der Bundesliga immer wieder Zeiten haben, wo die See unruhig ist."

Sportchef Frank Baumann räumte ein, dass das Festhalten an Trainer Viktor Skripnik nach dem Klassenerhalt im Nachhinein ein Fehler war. "Dafür übernehme ich die Verantwortung", sagte der Ex-Nationalspieler.