Berlin (dpa) - Verbraucher werden bei den Angaben zur Herkunft ihres Stromes nach Darstellung des Energieunternehmens Lichtblick in die Irre geführt.

Die untersuchten 35 großen Anbieter wiesen deutlich weniger Kohle- und Atomstrom in ihrem Strommix aus, als sie tatsächlich für ihre Kunden einkauften, teilte der Ökostromanbieter auf Basis eigener Recherchen mit.

Die Versorger beschafften bis zu 42 Prozent mehr Energie aus konventionellen Quellen, als aus offiziellen Angaben hervorgehe. Zwei Anbieter seien der Pflicht, ab 1. November 2016 die Stromkennzeichnung für 2015 vorzulegen, bisher nicht nachgekommen.

Dem Bundeswirtschaftsministerium warf Lichtblick vor, diese Verbrauchertäuschung bisher billigend in Kauf zu nehmen. Nötig sei eine rasche Reform der Kennzeichnung, damit der Etikettenschwindel ein Ende finde. Nach Angaben des Unternehmens war für Montag im Wirtschaftsministerium eine entsprechende Anhörung angesetzt.

Mitteilung Lichtblick