Köln (SID) - Am Samstag und Sonntag starten die deutschen Rennrodler beim Heim-Weltcup in Winterberg in die neue Saison. Vor den ersten Rennen beantwortet der SID wichtige Fragen zum vorolympischen Winter.

Was liegt an?

Die Jubiläums-Saison des Rennrodel-Weltcups und zugleich der Start in den vorolympischen Winter. Zum 40. Mal sucht die internationale Elite den besten und konstantesten Piloten, 1977/78 waren die ersten Gesamtweltcup-Sieger gekürt worden. Los geht es am Wochenende in Winterberg, 24 Nationen haben für den Auftakt im Hochsauerland ihre Athleten gemeldet - darunter natürlich wieder die deutschen Olympiasieger und Weltmeister Felix Loch, Natalie Geisenberger und Tobias Wendl/Tobias Arlt im Doppelsitzer.

Welchen Stellenwert hat die vorolympische Saison?

Traditionell ist die Saison vor dem olympischen Höhepunkt auch ein Testlauf für die Athleten und Schlittentüftler. Welches Material verspricht den größten Erfolg, auf welche Weise lässt sich die Fahrt durch die Eisrinne optimieren? Vieles wird ausprobiert, denn missglückte Experimente tun ein Jahr vor den Spielen nicht wirklich weh. "Die neue Saison steht ganz im Zeichen der Olympiavorbereitung, das spürt man bereits bei den Athleten", sagt Bundestrainer Norbert Loch. Eine ganz besondere Rolle spielt dabei auch eine noch jungfräuliche Strecke in Südkorea.

Wo geht's hin?

Zum ersten Mal wird in diesem Winter ein Weltcup-Rennen auf der neuen Bahn in Pyeongchang ausgetragen - dem Schauplatz der Olympischen Spiele 2018. Diese ist nicht besonders schwierig, aber sie ist für alle internationalen Top-Athleten noch recht unbekannt und könnte den von Heim-Rennen verwöhnten Deutschen ihren Vorteil rauben. Erste Aufschlüsse wird der Weltcup am 18./19. Februar 2017 geben. Überhaupt bereist der Rodel-Zirkus in diesem Jahr wieder die Welt: Insgesamt zehn Veranstaltungen auf drei Kontinenten in sechs Ländern stehen auf dem Programm. Nach dem Auftakt in Winterberg werden am Königssee (5./6. Januar), in Oberhof (4./5. Februar) und beim Saisonfinale in Altenberg (25./26. Februar) drei weitere Weltcups in Deutschland ausgetragen. Höhepunkt ist die WM im österreichischen Igls (28./29. Januar).

Wer sind die Favoriten?

Wie in jedem Jahr die Deutschen. Das Trio Felix Loch (Berchtesgaden), Natalie Geisenberger (Miesbach) und der "Bayern-Express" Tobias Wendl/Tobias Arlt (Berchtesgaden/Königssee) hält derzeit alle wichtigen internationalen Titel. Dazu kommt: Auch die Olympia-Zweite von 2014, Tatjana Hüfner (Friedrichroda), und Dajana Eitberger (Ilmenau) sind bei den Frauen für Siege gut, bei den Männern will nicht nur der WM-Zweite Ralf Palik (Oberwiesenthal) überraschen. Und das Duo Toni Eggert/Sascha Benecken (Ilsenburg/Suhl) bietet Wendl/Arlt Jahr für Jahr einen harten Kampf um die Weltspitze.

Auf wen muss man international achten?

Bei den vier Heim-Weltcups ist ohne Zweifel mit deutschen Siegen zu rechnen, doch nicht nur der vergangene Winter hat gezeigt: Auf "fremden" Strecken sind die Zeiten der deutschen Rodel-Dominanz beendet. In Nordamerika und im lettischen Sigulda sind Loch und Co. verwundbar, dort musste die Auswahl des Bob- und Schlittenverbandes BSD schon herbe Niederlagen einstecken. Besonders zu beachten: Der Amerikaner Chris Mazdzer (USA) und natürlich Wolfgang Kindl aus Österreich, der seiner Heim-WM in Igls entgegenfiebert. Bei den Frauen sind die Olympiadritte Erin Hamlin und Summer Britcher (beide USA) vor allem auf den amerikanischen Strecken sehr stark. Die Russin Tatjana Iwanowa kommt auch in Deutschland gut zurecht und war im vergangenen Jahr Gesamtzweite.

Zeitplan

26./27. November 2016: 1. Weltcup in Winterberg

02./03. Dezember 2016: 2. Weltcup in Lake Placid/USA

09./10. Dezember 2016: 3. Weltcup in Whistler/Kanada

16./17. Dezember 2016: 4. Weltcup in Park City/USA

05./06. Januar 2017: 5. Weltcup am Königssee (zugleich Europameisterschaft)

14./15. Januar 2017: 6. Weltcup in Sigulda/Lettland

04./05. Februar 2017: 7. Weltcup in Oberhof

18./19. Februar 2017: 8. Weltcup in Pyeongchang/Südkorea

25./26. Februar 2017: 9. Weltcup in Altenberg