Kuusamo (SID) - Was steht an?

In Kuusamo/Finnland starten die Skilangläufer in die Weltcup-Saison. Los geht es mit einem Sprint-Wettbewerb am Samstag und einem Klassik-Rennen über 10 beziehungsweise 15 Kilometer am Sonntag. Saisonhöhepunkt ist nordische Ski-WM im finnischen Lahti (25. Februar bis 4. März). Zudem steht vom 31. Dezember bis 8. Januar die insgesamt 11. Austragung der Tour de Ski auf dem Plan.

Was ist seit der letzten Saison passiert?

Der Langlauf-Sport wurde von einem schweren Doping-Beben erschüttert. Ausgerechnet die beiden norwegischen Dominatoren der vergangenen Jahre wurden positiv getestet. Erst bekam Martin Johnsrud Sundby wegen des unsachgemäßen Gebrauchs eines zugelassenen Asthma-Mittels seinen Titel im Gesamtweltcup sowie den Sieg bei der Tour de Ski aus dem Winter 2014/2015 aberkannt. Dann wurde bei Superstar Therese Johaug ein androgenes Steroid nachgewiesen, das laut eigenen Angaben in einer Sonnencreme enthalten gewesen sein soll.

Wer sind die Favoriten?

Eigentlich wie immer: Die Norweger. Und doch ist in diesem Jahr alles anders als zuvor. Schließlich ist Johaug auf vorerst unbestimmte Zeit gesperrt. Und Sundby, der lediglich rückwirkend bestraft wurde und damit in Kuusamo am Start ist, muss auch erst einmal zeigen, wie er die Affäre verarbeitet hat. Norwegens Vormachtstellung dürfte dennoch nicht gefährdet sein. Sundbys größter Rivale ist Rekordweltmeister Petter Northug, bei den Frauen ist in Abwesenheit von Johaug die nach 622 Tagen Babypause zurückgekehrte Marit Björgen favorisiert. Beide kommen ebenfalls aus der skandinavischen Langlauf-Topnation.

Und die Deutschen?

Nach einem mäßigen "Zwischenjahr" ohne echtes Großereignis schielen die deutschen Langläufer vorsichtig nach oben. Regelmäßige Top-10-Platzierungen sind das Ziel bei den Männern und den Frauen. Dazu soll bei der WM in Lahti nach zwei medaillenlosen Titelkämpfen speziell in den Teamwettbewerben wieder ein Podestplatz her. Allerdings schmerzt für das überwiegend junge DSV-Team der Wechsel von Sprint-Ass Denise Herrmann zum Biathlon. Dafür steht Dauer-Patient Tim Tscharnke nach fast zweijähriger Leidenszeit vor der Rückkehr in den Weltcup.

Wo liegt die WM-Norm für die DSV-Starter?

Die Vorgaben sind moderat: Wer zweimal ein Top-15-Ergebnis schafft, oder einmal unter die Top 8 läuft, darf mit nach Lahti. Eine Sonderregelung könnte es für Herrmann geben, die einen Staffelstart bei den Langläufern zumindest nicht ausschließen wollte. Laut dem Sportlichen Leiter Andreas Schlütter muss allerdings auch sie einen Leistungsnachweis erbringen.

Wo gibt es die Rennen zu sehen?

ARD oder ZDF zeigen regelmäßig Zusammenfassungen und ausgewählte Rennen auch live. Bei Eurosport gibt es fast alle Weltcups live zu sehen.