London (SID) - Gleich vier unterschiedliche Polizei-Einheiten sollen die Vorwürfe wegen Kindesmissbrauchs im englischen Fußball aufklären. Das wurde am Samstag bekannt gegeben. Einige Ex-Profis hatten unter der Woche erklärt, dass sie als Jugendliche von Trainern sexuell missbraucht worden seien.

Der englische Fußball-Verband FA hat bei der Aufklärung seine volle Unterstützung zugesagt und seinerseits die unabhängige Expertin Kate Gallafent beauftragt, die möglichen Fälle zu untersuchen. Die Anwältin hat sich unter anderem auf den Schutz von Kindern spezialisiert.

Die Ermittlungen der Behörden laufen über die Metropolitan Police, die größte Polizei-Einheit Großbritanniens, sowie Hampshire Police, Cheshire Police und Northumbria Police. Die drei letztgenannten Abteilungen untersuchen mögliche Vorkommnisse im Süden, Nordwesten und Nordosten Englands. 

Der dreimalige englische Nationalspieler Paul Stewart hatte schwere Missbrauchsvorwürfe gegen einen seiner früheren Jugendtrainer erhoben. Der heute 52-Jährige hatte berichtet, dass er im Alter zwischen elf und 15 Jahren "jeden Tag für vier Stunden" von seinem damaligen Jugendtrainer missbraucht worden sei.

In der vergangenen Woche hatte die beiden früheren Spieler Andy Woodward und Steven Walters, die bei Crewe Alexandra in der vierthöchsten englischen Liga Teamkollegen waren, ihre Missbrauchserfahrungen ebenfalls öffentlich gemacht. Beide gaben an, Opfer eines mehrfach verurteilten Sexualstraftäters geworden zu sein, der wegen seiner Vergehen bereits hinter Gittern sitzt.

Stewart, der unter anderem für den FC Liverpool, Manchester City und Tottenham Hotspur aktiv war, sagte: "Die mentalen Narben haben mich zu anderen Problemen wie Alkohol und Drogen geführt." Er führte weiter aus: "Ich weiß jetzt, dass es ein laufender Prozess war. Das Level des Missbrauchs stieg und stieg."

Stewart befürchtet viele weitere Opfer und geht von einem Ring aus Pädophilen aus. Der englische Verband hatte die Betroffenen zu einer Anhörung eingeladen und versichert, die Ermittlungen voranzutreiben. Es wurde außerdem eine Hotline für mutmaßliche Opfer eingerichtet.