Köln (SID) - Der 1. FC Köln hat zum zweiten Mal in dieser Saison Punkte im heimischen Stadion Punkte abgegeben und eine große Gelegenheit verpasst, zumindest für drei Stunden mit Meister Bayern München gleichzuziehen. Gegen den FC Augsburg kamen die Rheinländer in einem schwachen Spiel nur zu einem 0:0. 

Zuvor hatte lediglich Tabellenführer RB Leipzig beim 1:1 in dieser Saison einen Zähler aus Köln entführt. Augsburg hat zwar nur eines der letzten sieben Spiele gewonnen, mit 13 Punkten aus zwölf Spielen aber noch einen respektablen Vorsprung auf die Abstiegsplätze.

Bei den Gästen war nach den Ausfällen der offensiven Leistungsträger Ja-Cheol Koo, Caiuby, Raul Bobadilla und Alfred Finnbogason wie erwartet Defensive Trumpf. Diese Einladung zur Dominanz nahm der FC, dem in Stamm-Torhüter Timo Horn, Abwehrchef Dominic Maroh, Kapitän Matthias Lehmann und Flügelspieler Leonardo Bittencourt auch vier Stützen fehlten, nahm diese Einladung dankend an.

Bereits nach 83 Sekunden hatten die FC-Fans den Torjubel auf den Lippen, Außenverteidiger Frederik Sörensen traf nach einer schönen Einzelleistung den Außenpfosten. Auch danach rollten weiter zahlreiche Angriffe auf das Tor von FCA-Keeper Marwin Hitz, der in der ersten Halbzeit in der Nähe eines von ihm bezahlten Elfmeterpunkts agierte. Nachdem er im vergangenen Dezember vor einem Kölner Strafstoß den Platz rund um die Markierung mit den Stollen ramponiert hatte, waren ihm 122,92 Euro für den Austausch des Rasens in Rechnung gestellt worden. Die FC-Fans hatten dies nicht vergessen und pfiffen den Schweizer bei seiner ersten Rückkehr bei jedem Ballkontakt lautstark aus.

In der 11. Minute parierte Hitz einen Schuss des wieder emsigen Yuya Osako, drei Minuten später kam er gegen Anthony Modeste zu spät, doch der diesmal insgesamt wenig eingebundene FC-Torjäger köpfte aus sechs Metern drüber. 

Ein Feuerwerk war es bei aller Überlegenheit aber nicht, das die Kölner abbrannten, dazu spielten sie zu viele Fehlpässe und erzeugten zu wenige Überraschungsmomente. Augsburgs beste Chance der ersten Halbzeit war ein Freistoß von Kostas Stafylidis, den Horn-Ersatz Thomas Kessler, der Held des Derbysiegs bei Borussia Mönchengladbach (2:1) in der Vorwoche, zur Ecke lenkte (21.). 

Nach dem Wechsel wurde die ohnehin mäßige Partie noch zerfahrener. FCA-Trainer Dirk Schuster, als FC-Spieler 1998 beim ersten Bundesliga-Abstieg dabei, wollte den Punkt keineswegs riskieren. Der FC fand in der nun besser abgestimmten Defensive der Schwaben kaum noch Lücken. In Führung gegangen wären dafür fast die Gäste, ein abgefälschter Schuss von Philipp Max verfehlte das Ziel nur um Zentimeter (70.).