Paris (dpa) - Für den früheren Staatschef Nicolas Sarkozy war sein damaliger Premierminister lediglich ein "Mitarbeiter". Nun ist François Fillon der Hoffnungsträger der französischen Konservativen für die Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr.

Der 62 Jahre alte Staatsrechtler kam bei der Kandidatenkür der bürgerlichen Rechten erst in letzter Minute aus der Deckung. Der nüchtern und ernsthaft auftretende Notars-Sohn will bei Wirtschaftsreformen besonders weit gehen, um Frankreich im internationalen Vergleich wieder wettbewerbsfähiger zu machen. Er sieht dies auch als eine Voraussetzung an, um mit dem wichtigsten EU-Partner Deutschland wieder auf Augenhöhe sprechen zu können.

Der Vater von fünf Kindern setzt auf traditionelle Werte. Das kommt bei konservativen Wählern gut an, insbesondere in der Provinz. Im Wahlkampf verteidigte er sich gegen Vorwürfe, er stelle das Recht der Frauen auf Abtreibung in Frage. Stimmt nicht, das Thema werde er nicht anrühren, entgegnete er in dieser emotional geführten Debatte.

In der Außenpolitik will Fillon ein Verbündeter der USA bleiben, gleichzeitig aber die Beziehungen zu Russland stärken. Das riesige Land müsse enger an Europa gebunden werden, lautet sein Credo. Kreml-Chef Wladimir Putin lobte ihn bereits als "anständigen Mann". Fillon diente unter Sarkozy von 2007 bis 2012 als Premierminister - aus dieser Zeit kennt er Putin persönlich.

Fillon zog bereits mit 27 Jahren als damals jüngster Abgeordneter in die Nationalversammlung ein und bekleidete seit 1993 fünfmal einen Ministerposten. Er gilt als Automobilsport-Fan.

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