Köln (SID) - Die deutschen Bob-Piloten gehen unter dem neuen Cheftrainer René Spies in der vorolympischen Saison ungewöhnliche Wege. Im Sinne einer optimalen Vorbereitung auf die Winterspiele 2018 in Pyeongchang/Südkorea wird das deutsche Team in diesem Winter die zweite Weltcup-Station im amerikanischen Lake Placid (16./17. Dezember) auslassen. Stattdessen werden die Piloten auf deutschen Bahnen ausgiebig die aktuellen Schlitten testen.

"Wir kommen nach dem Auftakt in Whistler nach Hause und werden zehn Tage lang in Winterberg und am Königssee intensiv Material testen", sagte Spies dem SID. Gerade mit Blick auf die medaillenlose Schmach bei den Spielen 2014 in Sotschi habe Olympia Priorität: "Es ist jetzt schon so, dass alles auf Olympia ausgerichtet ist. Natürlich sind die Weltcups wichtig, wir bereiten uns auch absolut professionell auf jeden einzelnen vor. Aber gleichzeitig müssen wir eben auch das beste Material heraustesten."

In diesem Winter hat der deutsche Schlittenverband BSD in Bezug auf den Zweierbob einen Konkurrenzkampf zwischen zwei Herstellern ausgerufen. Neben den Bobs des Instituts für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) kaufte der BSD auch vier Geräte der Firma Wallner, da man in den vergangenen Jahren mit dem kleinen FES-Schlitten häufig unzufrieden war.

Dieser Testlauf wird wohl über die gesamte vorolympische Saison absolviert und soll dafür sorgen, dass die deutschen Piloten in Pyeongchang das bestmögliche Material zur Verfügung haben. Die neue Weltcup-Saison startet am kommenden Wochenende im kanadischen Whistler.