Berlin (SID) - Die Hängepartie um die noch immer ausstehenden Verlängerungen der Trainerverträge im Deutschen Schwimm-Verband (DSV) hält an und sorgt zunehmend für Verstimmung. "Wenn man sich das Thema als oberste Priorität auf die Agenda schreibt, dann sollte man es auch so behandeln", sagte Frank Embacher, Bundesstützpunktleiter in Halle/Saale, dem SID: "Die Gründe sind mir egal, das darf nicht auf dem Rücken der Trainer ausgetragen werden." 

Nach ihrer Wahl zur neuen DSV-Präsidentin Anfang November hatte Gabi Dörries angekündigt, als erste Amtshandlung die Trainerverträge verlängern zu wollen. Die Software-Unternehmerin (55) musste jedoch erkennen, dass sich die Angelegenheit auch aufgrund der noch nicht beschlossenen Förderreform des Spitzensports zieht.

"Wir haben noch keine finale Bestätigung für das Geld, also können wir auch noch keine Verträge schließen", sagte Dörries am Donnerstag dem SID. Der entsprechende Antrag des DSV läge derzeit beim DOSB zur Begutachtung.

Embacher, der den nach Olympia zurückgetretenen Paul Biedermann zum Weltmeister und Weltrekordler geformt hatte, hatte eigentlich bis Ende November vom Verband ein "positives Signal" erwartet, doch nicht einmal das habe er bekommen. "Ein Telefonat wäre nicht so schlecht gewesen", sagte Embacher: "Das macht einen schon stutzig. Man fragt sich, ob eine weitere Zusammenarbeit überhaupt gewünscht ist." Embacher hat sich aufgrund der Unsicherheit "pro forma" und fristgerecht auf eine andere Stelle bei der Stadt Halle beworben.