Warschau (dpa) - Bei einem schweren Grubenunglück in Südwestpolen sind acht Bergarbeiter ums Leben gekommen. Auch die letzten drei noch vermissten Arbeiter wurden am Abend tot in der Kupfergrube gefunden. 

"Das ist die Bilanz dieses tragischen Unglücks", sagte der Direktor der Kupfermine Rudna im niederschlesischen Polkowice, Pawel Markowski. Ein Erdbeben am Dienstagabend hatte das Unglück ausgelöst.

Die 50 Retter arbeiteten unter extremen Bedingungen. Nach Angaben des Minendirektors herrschten unter Tage mehr als 30 Grad Celsius und hohe Luftfeuchtigkeit. Teils räumten die Suchtrupps Gestein mit den Händen aus dem Weg, um weiter zu den Vermissten vorzudringen.

Bereits in der Nacht hatten die Suchmannschaften zwei Männer im Alter von 33 und 47 Jahren nur noch tot bergen können. Am Mittwoch fanden sie die Leichen zweier Verschütteter im Alter von 23 und 24 Jahren, die erst seit wenigen Monaten in der Grube Rudna beschäftigt waren. Dann wurde ein 50-Jähriger tot gefunden. "Es ist eine Tragödie", sagte Markowski. Ministerpräsidentin Beata Szydlo reiste nach Polkowice, um sich ein Bild der Lage zu machen.

Nach Angaben des Grubenbetreibers KGHM waren nach einem Erdbeben der Stärke 3,4 weite Teile der Stollen eingestürzt. Das Zentrum des Bebens lag demnach in nur 1100 Metern Tiefe und löste unter Tage "große Zerstörungen" aus, wie eine Sprecherin sagte.

In den Bergwerksregionen Südpolens kommt es immer wieder zu Erschütterungen. Oft sind sie auf mangelhafte Sicherung ausgebeuteter Minen zurückzuführen. Der Auslöser des aktuellen Bebens ist aber noch unklar. Die Staatsanwaltschaft ermittelte wegen des Anfangsverdachts auf fahrlässige Verletzung der Sicherheitspflichten. 2013 waren nach einem Erdstoß in der Grube Rudna 19 verschüttete Bergleute gerettet worden.

Gazeta Wyborcza (Polnisch)

Bergbaukonzern KGHM (Engl.)