Köln (SID) - Was ist passiert?

Fünf Tage nach dem Gewinn seines ersten WM-Titels hat Nico Rosberg in Wien seinen Rücktritt aus der Formel 1 erklärt. "Ich spüre eine große Erleichterung", sagte der 31-Jährige. Der Abschied des Mercedes-Piloten kam nach 206 Rennen, 23 Siegen und elf Saisons völlig überraschend. Er werde nun das nächste Kapitel in seinem Leben aufschlagen, so Rosberg.

Was waren die Gründe für den Rücktritt?

Rosberg hat seinen großen Traum mit dem WM-Triumph verwirklicht. Das hat viel Kraft gekostet. "Ich musste viel dafür opfern", sagte Rosberg. Nun will sich der junge Vater im vorzeitigen Ruhestand seiner Familie widmen, Ehefrau Vivian und Töchterchen Alaia.

Wie geht es nach Rosbergs Rücktritt bei Mercedes weiter?

Das Team wusste seit einigen Tagen Bescheid. Der Aufsichtsratsvorsitzende Niki Lauda kündigte an, dass der neue Mann an der Seite von Lewis Hamilton vor Weihnachten feststehen soll. "Die Lücke von Nico zu schließen, ist unmöglich. Wir müssen jetzt neu anfangen, zu denken", sagte Lauda.

Wer sind die Kandidaten?

Eine Option wäre die Beförderung von Pascal Wehrlein (Manor). Der 22-Jährige hat nach seinem Debütjahr in der Königsklasse noch kein Cockpit für die neue Saison. Ex-Weltmeister Jenson Button hat in Abu Dhabi nach eigener Aussage sein letztes Formel-1-Rennen bestritten. Eine Mercedes-Anfrage könnte ihn vielleicht umstimmen. Der Finne Valtteri Bottas (Williams) wurde zuletzt immer wieder genannt, wenn ein Cockpit bei einem Top-Team zu vergeben war. Fahrer wie Sebastian Vettel (Ferrari) oder Max Verstappen (Red Bull) sind vertraglich gebunden.

Was bedeutet Rosbergs Rücktritt für die Formel 1 in Deutschland?

Das ist ein herber Rückschlag. Schon in der kommenden Saison gibt es kein Rennen in Deutschland. Für die Saison 2018 besitzt der Hockenheimring zwar einen gültigen Vertrag, doch das Interesse an der Formel 1 ohne den amtierenden Weltmeister dürfte weiter abnehmen. Zumal Sebastian Vettel in seinem Ferrari in dieser Saison nur hinterher gefahren ist.

Wie fielen die Reaktionen aus?

Die Szene fiel förmlich aus allen Wolken. Mit diesem Schritt hatte niemand gerechnet. Für Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff war es eine "mutige Entscheidung". Der französische Formel-1-Pilot Romain Grosjean äußerte "Respekt". Ex-Formel-1-Manager Flavio Briatore fand es derweil eine "Entscheidung, die mir wirklich sehr seltsam vorkommt."