Val d'Isère (dpa) - Ein Top-Ten-Platz im ersten Speedrennen des WM-Winters war ganz nach dem Geschmack von Andreas Sander. "Mein Ziel war, deutlich besser in die Saison zu starten als letztes Jahr", sagte der deutsche Skirennfahrer nach Rang neun beim Weltcup-Super-G in Val d'Isère.

"Es wird sicher nicht immer so gut laufen wie heute, das Feld ist brutal eng, aber ich freue mich auf den Dezember mit Gröden und Santa Caterina." Vor den Speedrennen in Italien geht es für Sander aber zunächst noch um einen guten Auftakt in der Abfahrt. "Ich muss mich noch mal steigern", meinte der in Abfahrt und Super-G stärkste Deutsche des vergangenen Winters nach dem siebten Top-Ten-Resultat seiner Karriere. Die direkte Qualifikation für die WM in St. Moritz verpasste er damit nur um einen Rang, erfüllte aber die halbe Norm für den Saisonhöhepunkt im Februar.

Auf Sieger Kjetil Jansrud aus Norwegen fehlten ihm am Freitag 0,91 Sekunden. "Der Lauf war etwas vorsichtig, etwas zu rund. Aber trotzdem, mit so einer Fahrt, mit der ich nicht ganz zufrieden war, eine Top-Ten-Platzierung: Da freue ich mich riesig", sagte Sander in Frankreich. "Der Schnee hier ist ganz anders als in Amerika, wir hatten nur zwei Tage Zeit, um uns darauf einzustellen. Deswegen wundert es mich ein bisschen, dass doch ein ganz gutes Resultat dabei rauskommt." Val d'Isère hatte die ursprünglich für Beaver Creek geplanten Rennen übernommen, weil in Colorado zu wenig Schnee liegt.

Zweiter wurde der bei seinem Comeback überraschend starke Norweger Aksel Lund Svindal (+0,17). Der fünffache Weltmeister hatte sich im Januar auf der Streif in Kitzbühel eine schwere Knieverletzung zugezogen, seine Karriere stand danach auf dem Spiel. "Ich bin echt überrascht. Großartig", sagte der 33 Jahre alte Svindal. "Ein Doppelsieg gleich zum Start ist außergewöhnlich", meinte Jansrud. Rang drei ging an Dominik Paris aus dem italienischen Team (+0,41).

Auch Thomas Dreßen erwischte einen guten Start im ersten Speedrennen des WM-Winters und holte mit Platz 26 das beste Super-G-Resultat seiner Weltcup-Karriere und erstmals Punkte in dieser Disziplin. Klaus Brandner belegte Rang 34.

Josef Ferstl kam bei seinem Comeback nach vielversprechendem Start auf gute Zwischenzeiten, schied dann aber aus. Er hatte sich im Dezember 2015 das Kreuzband gerissen. "Bitter: Erstes Rennen, gleich ausgeschieden - ich wäre schon gerne ins Ziel gekommen", sagte er. "Gut angefangen, echt super gelaufen, aber dann war es ein Leichtsinnsfehler." Seine nächste Chance bekommt er in der Abfahrt. Da steht dann auch Tobias Stechert nach langer Pause am Start.

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