Köln (SID) - Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff hat im Streit um die Vermarktung der Fußball-Nationalspieler die großen Bundesliga-Klubs kritisiert. "Mich stört, wenn der Eindruck erweckt wird, die Nationalmannschaft nimmt nur - und wir geben nichts zurück. Allein in puncto Bekanntheitsgrad und Image profitiert ein Verein etwa in der Auslands-Vermarktung von jedem einzelnen Nationalspieler", sagte der Bierhoff im Interview mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Durch die Olympischen Spiele in Brasilien sei der Wert einzelner Spieler enorm gestiegen, betonte er: "Und das hilft, damit die Bundesliga weiterhin so attraktiv ist." Er sehe "gefährliche Tendenzen im deutschen Fußball. Die Fehler werden oft im Erfolg gemacht." Zuletzt hätten sich "Begehrlichkeiten, Eifersüchteleien" und "Streit" entwickelt. 

"Im Moment ist viel zu viel Gier im Markt", klagte Bierhoff: "Ich hoffe, dass wir wieder mehr aufeinander Rücksicht nehmen, dass auch die Liga und die Vereine verstehen, dass wir Freiräume brauchen. Nicht um goldene Wasserhähne zu kaufen, sondern um den Fußball in der Breite zu unterstützen." Bayern München und Borussia Dortmund hatten sich gegen die Vermarktung ihrer Nationalspieler durch den DFB gesprochen, weil sie deren Gehälter bezahlen.