Oslo (SID) - In der Dopingaffäre um die norwegische Langlauf-Olympiasiegerin Therese Johaug ist offenbar neues belastendes Material aufgetaucht. Wie die Zeitung VG berichtet, belege eine Quittung, dass der positive Dopingtest der 27-Jährigen nicht auf ein Fehlverhalten des Mannschaftsarztes Fredrik S. Bendiksen zurückzuführen sei. Dieser hatte die Verantwortung übernommen und war zurückgetreten. 

Sollte sich dies bewahrheiten, fiele der strafmildernde Umstand weg, auf dessen Grundlage die nationale Anti-Doping-Agentur ADNO eine lediglich 14 Monate lange Sperre gegen Johaug beantragt hatte.

Johaug war am 16. September positiv auf das verbotene androgene Steroid Clostebol getestet worden. Grund für die positive A-Probe, deren Befund in der B-Probe bestätigt wurde, ist nach Angaben des norwegischen Skiverbandes eine Sonnencreme gewesen, die Johaug während eines Trainingslagers Anfang September in Livigno/Italien zur Behandlung eines Sonnenbrands auf der Lippe erhalten hatte.

Mannschaftsarzt Bendiksen habe der Weltcup-Gesamtsiegerin die Creme nach einer Untersuchung gegeben. Dass diese das auf der Verbotsliste der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) stehende Clostebol enthält, sei ihm nicht bekannt gewesen, beteuerte Bendiksen.

Laut des VG-Berichtes liegt aber eine Quittung vor, nach der die Creme bereits deutlich früher in einer Apotheke in Südtirol erworben worden sein soll. Die Aussage Bendiksens wäre demnach eine Schutzbehauptung gewesen. Sollten Johaug oder eine andere Person die Creme erworben haben, hätte dies eine strengere Strafe als zunächst beantragt zur Folge haben müssen.